Wie kann man in der Partnerschaft eine Ansteckung vermeiden?

Foto von zwei Menschen, die Hand in Hand gehen (PantherMedia / lightpoet) Herpes-Viren werden am leichtesten während eines Ausbruchs übertragen. Deshalb ist es besser, in dieser Zeit auf Sex zu verzichten. Auch in beschwerdefreien Phasen ist eine Ansteckung möglich. Kondome können dieses Risiko deutlich senken.

Wer Genitalherpes hat, kann Einiges tun, um seine Partnerin oder seinen Partner vor einer Ansteckung zu schützen. Am wichtigsten ist es,

  • während eines Ausbruchs auf Sex zu verzichten,
  • in symptomfreien Phasen Kondome zu verwenden und
  • mit der Partnerin oder dem Partner offen über die Erkrankung zu sprechen.

Für Menschen, die sehr oft Genitalherpes haben, kann auch eine vorbeugende Behandlung mit virushemmenden (antiviralen) Medikamenten infrage kommen. Sie hemmen die Aktivität des Virus und senken dadurch auch das Risiko, die Partnerin oder den Partner anzustecken.

Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko?

Wie wahrscheinlich es ist, sich beim Sex mit Genitalherpes anzustecken, hängt von vielen Faktoren ab: wie häufig man Sex hat, ob und wie oft man mit Kondomen verhütet und wie lange das Virus bereits im Körper ist. Wer das Virus schon lange im Körper trägt, ist weniger ansteckend als jemand, der sich gerade erst infiziert hat. Frauen haben allgemein ein höheres Ansteckungsrisiko als Männer. Andere sexuell übertragbare Krankheiten wie eine HIV-Infektion erhöhen das Ansteckungsrisiko ebenfalls.

In Studien mit Paaren, bei denen ein Partner Genitalherpes hatte, steckten sich innerhalb eines Jahres 5 bis 10 % der Partner mit dem Virus an. Allerdings benutzten die Paare in diesen Studien nur selten Kondome – und wenn, oft nur während eines Ausbruchs. In einer dieser Untersuchungen wurde ermittelt, dass es schätzungsweise bei einem von 1000 Sexualakten zu einer Ansteckung kommt.

Soll man sich testen lassen?

Für Partnerinnen und Partner von Menschen mit Genitalherpes ist es sinnvoll, einen Bluttest auf Herpes-Antikörper zu machen. Dies kann zum Beispiel bei der Entscheidung helfen, ob man mit virushemmenden Medikamenten vorbeugen will. Möglicherweise sind beide Partner bereits Träger des gleichen Virustyps. Dann gibt es keinen Grund, vorbeugend Medikamente zu nehmen, um den Partner zu schützen.

Wenn jedoch einer HSV-1 oder Lippenherpes hat und der andere HSV-2 oder Genitalherpes, können sie sich gegenseitig mit dem jeweils anderen Virus anstecken. Trägt ein Partner Herpes-Viren im Körper und der andere nicht, sind Kondome eine Möglichkeit, sich vor einer Ansteckung zu schützen.

Wie gut schützen Medikamente vor einer Ansteckung?

Wer Genitalherpes hat, steckt seine Partnerin oder seinen Partner wahrscheinlich etwas seltener an, wenn sie oder er mit virushemmenden Medikamenten vorbeugt. Zur Vorbeugung kommen Medikamente mit den Wirkstoffen Aciclovir, Famciclovir oder Valaciclovir infrage. Die Mittel müssen jedoch täglich und längerfristig eingenommen werden. In einer Studie zeigte sich über einen Zeitraum von acht Monaten, dass sich

  • 4 von 100 Personen ansteckten, wenn der erkrankte Partner ein Placebo nahm,
  • 2 von 100 Personen ansteckten, wenn der erkrankte Partner täglich virushemmende Medikamente einnahm.

Den Paaren in der Studie wurde zusätzlich empfohlen, mit Kondomen zu verhüten – viele Paare verwendeten sie aber nicht durchgängig. Ob sich das Risiko für eine Ansteckung durch Medikamente weiter senken lässt, wenn man immer mit Kondomen verhütet, ist daher unklar.

Ob man Medikamente zur Vorbeugung nehmen möchte, ist eine persönliche Entscheidung. Dabei können viele Aspekte eine Rolle spielen: seit wann die Infektion besteht, wie häufig und schwer die Ausbrüche sind, das Geschlecht, die Häufigkeit der Sexuale und ob man Kondome benutzt.

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