Wie gut helfen Cremes und Tabletten bei Lippenherpes?

Foto von Frau mit Salbe (PantherMedia / imagepointfr) Virushemmende Medikamente wie Aciclovir oder Penciclovir können die Dauer eines Herpes-Ausbruchs um ungefähr einen Tag verkürzen. Wenn man sich für eine Behandlung entscheidet, ist es wichtig, sie schon bei den ersten Anzeichen zu beginnen.

Lippenherpes ist lästig. Gerade für Menschen, die mehrmals im Jahr mit ihm zu tun haben, kann er die Lebensqualität deutlich einschränken. Virushemmende Medikamente können die Dauer eines Ausbruchs etwas verkürzen und die Symptome abschwächen.

Wichtig ist die richtige Anwendung der Mit Wenn die ersten Symptome auftreten, sollte die Behandlung innerhalb von 24 Stunden begonnen werden – am besten so früh wie möglich. Dies gilt sowohl für Mittel zum Auftragen auf die Lippen als auch für Tabletten. Eine spätere Anwendung hilft möglicherweise nicht mehr, da die Viren sich dann schon entlang der Nervenfasern ausgebreitet haben. Mittel zum Auftragen auf die Lippen sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, virushemmende Tabletten rezeptpflichtig.

Mittel zum Auftragen auf die Lippen

Cremes, Gels und Salben mit den Wirkstoffen Aciclovir oder Penciclovir sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Studien zeigen, dass sie die Dauer eines Herpes-Ausbruchs um knapp einen Tag verringern können. Außerdem können sie die Symptome etwas abschwächen.

Damit antivirale Mittel wirken können, müssen sie tagsüber alle 2 bis 3 Stunden auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. Die Behandlung dauert fünf Tage.

Was bringt ein Kombinationspräparat?

Es gibt auch ein Kombinationspräparat (Handelsname: Zovirax Duo), das neben Aciclovir ein schwaches Kortison (Hydrocortison) enthält. Eine Studie hat geprüft, ob das Kombinationspräparat das Risiko für die Bildung von Bläschen und Krusten senken kann. Dazu wurde es mit Aciclovir allein oder einer Creme ohne Wirkstoff (Placebo) verglichen. An der Studie nahmen Menschen teil, die im Durchschnitt 5- bis 6-mal pro Jahr Lippenherpes haben und bei denen es häufig zur Krustenbildung kommt. Sie begannen die Behandlung bei den ersten Anzeichen eines Lippenherpes.

Die Studie gibt Hinweise, dass die Kombination aus Aciclovir und Hydrocortison den Lippenherpes etwas besser eindämmen kann als Aciclovir allein. In Zahlen ausgedrückt zeigte sich:

  • Bei 65 von 100 Personen, die Aciclovir anwendeten, bildeten sich Bläschen und Krusten.
  • Bei 58 von 100 Personen, die das Kombinationspräparat anwendeten, bildeten sich Bläschen und Krusten.

Im Vergleich mit Aciclovir allein konnte das Kombinationspräparat also bei zusätzlich 7 von 100 Personen verhindern, dass sich Bläschen und Krusten bilden.

Mittel zur äußerlichen Behandlung von Herpes können die Haut etwas reizen. Ernsthafte Nebenwirkungen traten in den Studien aber nicht auf.

Medikamente zum Einnehmen

Die virushemmenden Mittel Aciclovir, Famciclovir und Valaciclovir gibt es auch als Tabletten. Studien zeigen, dass eine Behandlung mit diesen Medikamenten die Erkrankungsdauer bei ansonsten gesunden Menschen um gut einen Tag verringern kann.

Tabletten mit antiviralen Wirkstoffen sind gut verträglich. In Studien führten sie nicht häufiger zu Nebenwirkungen als ein Scheinmedikament. Bei Menschen mit einer Nierenschwäche kann jedoch eine niedrigere Dosierung notwendig sein.

Ein Vorteil von Tabletten gegenüber Salben und Cremes liegt darin, dass sie nur ein- bis zweimal am Tag eingenommen werden müssen: Je nach Mittel und Dosierung über 1 bis 7 Tage.

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