Was hilft gegen Fußpilz?

Foto von zwei Frauen im Schwimmbad (Jupiterimages / BananaStock / Thinkstock) Fußpilz ist weit verbreitet und normalerweise harmlos. Die Haut kann jedoch jucken, rissig und unansehnlich werden. Der Pilz kann sich auf die Nägel ausbreiten, selten auch auf andere Hautstellen. Die Infektion lässt sich meist erfolgreich mit rezeptfreien Mitteln aus der Apotheke behandeln.

Hautpilze finden zwischen den Zehen besonders günstige Wachstumsbedingungen: Dort ist es oft feucht und warm, außerdem bildet die Fußhaut einen guten Nährboden für Pilze. Durch eine äußerliche Behandlung kann die Infektion normalerweise erfolgreich behandelt werden – etwa mit einer Creme oder einem Gel. Die Einnahme von Tabletten ist nur sehr selten nötig.

Um eine Ansteckung zu vermeiden, ist es sinnvoll, in Schwimmbädern oder Saunen Badeschlappen zu tragen. Wer bereits Fußpilz hat, kann zum Beispiel Socken und Handtücher oft wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen. Auf eine gute Hygiene zu achten, schützt auch andere vor Ansteckung.

Welche Mittel gegen Fußpilz gibt es?

Cremes, Gels und Sprays gegen Pilzinfektionen sind in der Apotheke rezeptfrei erhältlich. Alle Mittel enthalten einen Wirkstoff, der das Wachstum der Pilze hemmt oder sie abtötet.

Viele der oft eingesetzten Präparate enthalten Wirkstoffe aus der Gruppe der Allylamine oder Azole:

  • Zu den Allylaminen gehören Terbinafin und Naftifin.
  • Zu den Azolen zählen beispielsweise Bifonazol, Clotrimazol, Miconazol oder Oxiconazol.

Wie werden Mittel gegen Fußpilz angewendet?

Je nach Wirkstoff sind Anwendung und Behandlungsdauer verschieden: Manche Präparate werden nur einmal täglich, andere zweimal täglich auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Die meisten Mittel müssen für drei bis sechs Wochen angewendet werden. Eine Ausnahme sind Präparate mit dem Wirkstoff Terbinafin. Bei ihnen reicht es oft aus, sie eine Woche lang einmal täglich anzuwenden.

Die Ärztin oder der Arzt, die Apotheke und auch die Packungsbeilage informieren über die genaue Anwendung eines Präparats. Wichtig ist, die Behandlung wie vorgesehen fortzusetzen, auch wenn die Haut bereits gesund aussieht.

Wie wirksam sind diese Mittel gegen Fußpilz?

Durch eine äußerliche Behandlung der betroffenen Hautstellen verschwindet Fußpilz meist. Zum Beispiel zeigen Studien zur Wirksamkeit von Präparaten mit Allylaminen nach sechs Wochen:

  • Ohne Behandlung verschwand der Fußpilz bei 17 von 100 Personen.
  • Mit Medikament verschwand der Fußpilz bei 73 von 100 Personen.

Die Behandlung mit einem Allylamin konnte die Pilzinfektion also bei etwa 56 von 100 Personen heilen. Terbinafin ist nicht weniger wirksam als andere Mittel, auch wenn es nur eine Woche lang angewendet wird.

Auch Medikamente mit Azolen können Fußpilz ähnlich gut heilen.

Die Wirkstoffe, die gegen Fußpilz eingesetzt werden, sind bei oberflächlicher Anwendung gut verträglich. Sie können leichte Rötungen auslösen oder etwas auf der Haut brennen. Nebenwirkungen sind aber selten.

Wann kommen Tabletten infrage?

Fußpilz wird fast immer äußerlich behandelt. Erst wenn eine örtliche Behandlung nicht erfolgreich war, kommen Tabletten infrage. Sie können auch sinnvoll sein, wenn zusätzlich ein oder mehrere Fußnägel von einem Pilz befallen sind oder bei sehr ausgeprägtem Fußpilz.

Die Tabletten, die bei Fußpilz eingesetzt werden können, enthalten in der Regel die Wirkstoffe Itraconazol oder Terbinafin. Itraconazol wird meist für vier Wochen einmal täglich eingenommen (Dosierung: 100 mg). Terbinafin wird in der Regel einmal täglich über zwei Wochen angewendet (Dosierung: 250 mg). Ist auch der Fußnagel befallen, verlängert sich die Behandlungsdauer bei beiden Medikamenten.

Welche Nachteile haben Tabletten?

Tabletten gegen Pilzinfektionen haben häufiger Nebenwirkungen als äußerliche Behandlungen. Mögliche Nebenwirkungen von Itraconazol sind Kopfschmerzen, Schwindel, Magen-Darm-Probleme und Hautausschläge. Terbinafin kann Magen-Darm-Probleme auslösen und zu einem vorübergehenden Geschmacks- und Geruchsverlust führen. Solche Nebenwirkungen traten in Studien aber nur kurzfristig auf. Da beide Medikamente Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln haben können, ist es wichtig, die Ärztin oder den Arzt über die Einnahme anderer Medikamente zu informieren.

Es besteht ein sehr geringes Risiko für ernsthafte Nebenwirkungen an der Leber. Für Menschen mit einer Lebererkrankung kommen diese Medikamente nur infrage, wenn die Behandlung unbedingt erforderlich ist.

Können auch Hausmittel wie Fußbäder helfen?

Manchmal werden gegen Fußpilz Hausmittel empfohlen wie Fußbäder mit bestimmten Kräutern oder das Auftragen von Apfelessig oder Teebaumöl. Studien zu Teebaumöl konnten keine Wirksamkeit zeigen. Andere Hausmittel wurden bislang nicht in guten Studien erprobt.

Schlagwörter: B35.1, B35.3, Fußpilz, Haut und Haare, Immunsystem und Infektionen, Pilzinfektion, Tinea pedis