Einleitung

Vemurafenib (Handelsname Zelboraf) ist seit Februar 2012 in Deutschland zur Behandlung von fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs zugelassen. Es kommt für erwachsene Patientinnen und Patienten infrage, bei denen ein bestimmtes verändertes Protein zu unkontrolliertem Tumorwachstum führen kann.

Das maligne Melanom ist der gefährlichste Typ von Hautkrebs. Es entsteht aus den dunklen Pigmentzellen und wird daher auch schwarzer Hautkrebs genannt. Wenn ein Melanom entdeckt wird, wird es operativ entfernt. Manchmal ist es jedoch zu groß, um es noch zu entfernen, oder es hat sich bereits über das Blut- oder Lymphsystem auf andere Körperregionen ausgebreitet und dort Absiedlungen gebildet. In diesem Falle spricht man von einem fortgeschrittenen malignen Melanom.

Manche Menschen mit schwarzem Hautkrebs haben ein verändertes Protein im Tumorgewebe (BRAF-V600 Mutation), das zu unkontrolliertem Wachstum des Tumors führen kann. Vemurafenib soll das Protein und so auch das Tumorwachstum hemmen. Das Mittel ist für Erwachsene zugelassen, in deren Melanom sich das veränderte Protein findet und das nicht mehr operierbar ist oder Absiedlungen (Metastasen) gebildet hat.

Anwendung

Morgens und abends werden jeweils vier Tabletten Vemurafenib eingenommen. Die Dauer der Einnahme richtet sich nach dem Krankheitsverlauf und nach der Verträglichkeit des Medikamentes.

Andere Behandlungen

Als Standardtherapie für Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs gilt die Behandlung mit dem Wirkstoff Dacarbazin. Je nach Verordnung wird Dacarbazin alle drei Wochen entweder als Spritze (über fünf Tage) oder als Infusion in die Vene (intravenös) gegeben.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat Mitte 2012 und erneut Ende 2013 geprüft, wie Vemurafenib im Vergleich zu Dacarbazin abschneidet. Für die Bewertung lag dem IQWiG eine Studie vor.

Welche Vorteile hat Vemurafenib?

  • Lebenserwartung: Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass Vemurafenib im Vergleich zu Dacarbazin das Leben verlängern kann. Die Hälfte der Patientinnen und Patienten, die Vemurafenib verwendeten, war nach mehr als 13 Monaten gestorben. Bei den Patientinnen und Patienten, die Dacarbazin erhielten, war dies bereits nach weniger als 10 Monaten der Fall.

Welche Nachteile hat Vemurafenib?

  • Nebenwirkungen: Vemurafenib löste häufiger Nebenwirkungen aus als Dacarbazin: In der Studie hatten 97 von 100 Teilnehmenden, die Vemurafenib nahmen, damit zu tun. Bei 50 von 100 waren diese Nebenwirkungen schwer. Von den Personen, die Dacarbazin nahmen, kam es bei 90 von 100 zu Nebenwirkungen. Bei 30 von 100 waren diese schwer ausgeprägt.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Beschwerden: Der Vergleich zwischen Vemurafenib und Dacarbazin zeigte keinen Unterschied in der Wirkung auf Schmerzen.
  • Lebensqualität: Hier ließ sich kein Vorteil einer Behandlung mit Vemurafenib belegen.
  • Behandlungsabbrüche wegen Nebenwirkungen: Hier ergab sich insgesamt kein Unterschied zwischen Vemurafenib und Dacarbazin.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse zweier Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den .

Generelle Informationen über Vemurafenib (Zelboraf) und weitere mögliche Nebenwirkungen finden sich im Beipackzettel und in einem im August 2013 veröffentlichten .

Die nächste Prüfung auf Aktualität findet im Rahmen der Aktualisierung des Themas Schwarzer Hautkrebs statt.