Einleitung

Sucroferric Oxyhydroxid (Handelsname Velphoro) ist seit August 2014 für Erwachsene mit chronischer Nierenschwäche zur Kontrolle des Phosphatspiegels zugelassen. Es kommt für Patientinnen und Patienten infrage, die eine Hämodialyse oder eine Peritonealdialyse erhalten und sollte mit anderen Wirkstoffen kombiniert werden, um Folgeerkrankungen der Nierenschwäche wie beispielsweise Knochenbrüche zu vermeiden.

Bei einer Nierenschwäche ist die Nierenfunktion eingeschränkt. Abfallprodukte des Stoffwechsels können deshalb nicht mehr ausreichend aus dem Körper transportiert werden und sammeln sich an. Eine dauerhafte (chronische) Nierenschwäche entwickelt sich über einen längeren Zeitraum und kann im Endstadium zu Nierenversagen führen. Wenn die Nieren nicht mehr funktionieren, wird eine Dialysebehandlung notwendig. Die Dialyse reinigt das Blut – das heißt, sie unterstützt oder ersetzt die Arbeit der Nieren. Bei einer Hämodialyse wird das Blut außerhalb des Körpers in einem Dialysator von den Abfallprodukten befreit und anschließend wieder zugeführt. Die Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse) reinigt das Blut im Körper über das Bauchfell.

Bei einem Nierenversagen kann die Niere den Salz-, Wasser- und Säure-Basen-Haushalt nicht mehr regulieren. Im Blut reichert sich unter anderem Phosphat an, und es entsteht eine sogenannte Hyperphosphatämie. Phosphatbinder sollen dann helfen, das mit der Nahrung aufgenommene Phosphat vor Eintritt in den Blutkreislauf zu binden und Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche zu senken.

Mit Sucroferric Oxyhydroxid ist ein weiterer Phosphatbinder zur Therapie der Hyperphosphatämie bei chronischem Nierenversagen mit erforderlicher Dialyse zugelassen. Der Wirkstoff enthält kein Kalzium und kommt daher neben anderen nicht kalziumhaltigen Phosphatbindern auch für Menschen infrage, die keine kalziumhaltigen Phosphatbinder einnehmen können.

Anwendung

Sucroferric Oxyhydroxid wird als Kautablette angeboten und über den Tag verteilt zusammen mit den Mahlzeiten eingenommen. Eine Tablette enthält 500 mg Eisen.

Die Behandlung beginnt mit 1500 Milligramm Eisen (drei Kautabletten) pro Tag. Alle zwei bis vier Wochen wird die Dosis tablettenweise nach oben oder unten angepasst, bis ein akzeptabler Serumphosphatspiegel erreicht wird. Der Serumphosphatspiegel wird regelmäßig überwacht. Die maximale Tagesdosis beträgt sechs Tabletten (3000 mg).

Andere Behandlungen

Für Menschen mit chronischem Nierenversagen und Hyperphosphatämie kommen als Standardtherapie kalziumhaltige Phosphatbinder (einzeln oder in Kombination) infrage. Für Personen, die keine kalziumhaltigen Phosphatbinder einnehmen dürfen, kommen die Phosphatbinder Sevelamer oder Lanthankarbonat als Standardbehandlung infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat Ende 2014 geprüft, welche Vor- und Nachteile Sucroferric Oxyhydroxid für Menschen mit chronischem Nierenversagen und einer Hyperphosphatämie hat. Um dies beurteilen zu können, sollten Studien mit folgenden Patientengruppen herangezogen werden:

  • Für Personen, die kalziumhaltige Phosphatbinder (einzeln oder in Kombination) einnehmen können, sollte Sucroferric Oxyhydroxid mit den Phosphatbindern Sevelamer oder Lanthankarbonat verglichen werden.
  • Für Personen, die keine kalziumhaltigen Phosphatbinder einnehmen können, sollte Sucroferric Oxyhydroxid mit den Phosphatbindern Sevelamer oder Lanthankarbonat verglichen werden.

Für keine der beiden Patientengruppen legte der Hersteller geeigneten Daten vor. Daher bleibt unklar, welche Vor- und Nachteile Sucroferric Oxyhydroxid im Vergleich zu der jeweiligen Standardtherapie hat.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den .