Sofosbuvir (Sovaldi) zur Erstbehandlung von Jugendlichen mit chronischer Hepatitis C (Genotyp 2 oder 3)

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2018 geprüft, ob Sofosbuvir in Kombination mit Ribavirin Vor- oder Nachteile für nicht vorbehandelte Jugendliche mit Hepatitis C im Vergleich zu der Standardtherapie Peginterferon alfa plus Ribavirin hat.

Für die Bewertung legte der Hersteller dem IQWiG eine Studie vor, die auf einige Fragen zumindest vorläufige Antworten gibt. In der Studie wurde die Behandlung mit Sofosbuvir plus Ribavirin untersucht, aber nicht direkt mit einer anderen Therapie verglichen. Die Resultate solcher Studien sind grundsätzlich wenig aussagekräftig für den Vergleich verschiedener Behandlungen.

Personen mit chronischer Hepatitis C lassen sich nach Genotyp des Virus, nach Stadium ihrer Erkrankung und vorherigen Therapien in verschiedene Gruppen unterteilen. Für die Fragestellung wurden in der Studie 41 nicht vorbehandelte Jugendliche mit Genotyp 2 oder 3 ohne Leberzirrhose untersucht. Die Jugendlichen erhielten die Therapie zwischen 12 bis 24 Wochen. Es zeigten sich folgende Ergebnisse:

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Folgeerkrankungen: Die Studie dauerte bisher nicht lange genug, um den Einfluss von Sofosbuvir auf Folgeerkrankungen wie Leberkrebs beurteilen zu können. Bei etwa 98 von 100 Jugendlichen, die noch nicht mit einer anderen Therapie behandelt wurden, war 24 Wochen nach Abschluss der Behandlung kein Virus mehr im Blut nachweisbar. Ähnliche Ergebnisse sind auch von Peginterferon alfa plus Ribavirin zu erwarten. Deswegen wird davon ausgegangen, dass Sofosbuvir plus Ribavirin im Vergleich zu Peginterferon alfa plus Ribavirin keine Vor- oder Nachteile hat.
  • Schwere Nebenwirkungen: Nach ersten Abschätzungen hat eine Behandlung mit Sofosbuvir plus Ribavirin im Vergleich zu Peginterferon alfa plus Ribavirin keine größeren Nachteile. In der Studie traten keine schweren Nebenwirkungen auf.
  • Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen: In der Studie brach niemand die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab.

Welche Fragen sind noch offen?

  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität: Die Studie enthält keine geeigneten Daten zum Einfluss von Sofosbuvir und Ribavirin auf die Lebensqualität.