Einleitung

Selexipag (Handelsname Uptravi) ist seit Mai 2016 für Erwachsene mit pulmonal arteriellem Bluthochdruck (Hypertonie) zugelassen. Der Wirkstoff kann mit anderen blutdrucksenkenden Medikamenten kombiniert werden.

Die rechte Herzkammer pumpt sauerstoffarmes Blut durch die Lungenschlagader in die Lunge. Dort wird es mit Sauerstoff angereichert und fließt durch die Lungenvenen zum linken Herzen. Von dort wird das sauerstoffreiche Blut in den Körper gepumpt. Diesen Teil des Kreislaufs nennt man auch Lungenkreislauf oder kleinen Kreislauf. Bei pulmonal arteriellem Bluthochdruck (Hypertonie) sind die Lungengefäße verengt und dadurch der Blutdruck im kleinen Kreislauf erhöht. Dies zwingt das Herz dazu, das Blut mit mehr Kraft durch die Lunge zu pumpen. Die Folgen sind eine Überlastung des Herzens, eine eingeschränkte Sauerstoffaufnahme in der Lunge und dadurch auch eine unzureichende Sauerstoffversorgung des Körpers. Meist ist der hohe Blutdruck Folge einer anderen Herz- oder Lungenerkrankung.

Die pulmonal arterielle Hypertonie (auch „PAH“ abgekürzt) wird in vier Stadien eingeteilt:

  • Stadium 1: Die Patientinnen und Patienten haben erhöhten pulmonalen Blutdruck, aber spüren auch bei normaler körperlicher Anstrengung keine Beschwerden.
  • Stadium 2: Bei körperlicher Aktivität treten Beschwerden wie Atemnot, Müdigkeit, Brustschmerzen oder Schwächeanfälle auf. In Ruhephasen verschwinden die  Beschwerden wieder.
  • Stadium 3: Schon leichte Anstrengungen lösen starke Beschwerden aus, in Ruhephasen treten aber keine Symptome auf.
  • Stadium 4: Die Beschwerden treten bereits in Ruhephasen auf und die körperliche Aktivität ist sehr eingeschränkt. Zudem besteht die Gefahr eines Herzversagens.

Selexipag kommt für Personen mit einer pulmonal arteriellen Hypertonie im Stadium 2 oder 3 infrage. Der Wirkstoff soll die Gefäße erweitern und die Belastung des Herzens mindern.

Anwendung

Der Wirkstoff ist als Tablette in verschiedenen Dosierungen von 200 bis 1600 Mikrogramm verfügbar. Die Behandlung soll mit 200 Mikrogramm zweimal täglich begonnen und kann dann wöchentlich individuell auf bis zu 1600 Mikrogramm zweimal täglich gesteigert werden.

Andere Behandlungen

Für Personen mit pulmonal arteriellem Bluthochdruck kommt als Standardtherapie eine optimierte medikamentöse Therapie infrage. Diese hängt unter anderem davon ab, ob es sich um eine Erstbehandlung handelt oder welche Behandlungen bereits versucht wurden. Sie wird durch die Ärztin oder den Arzt individuell angepasst.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2016 geprüft, ob Selexipag Vor- oder Nachteile bei Personen mit pulmonal arteriellem Bluthochdruck im Vergleich zu den bewährten Standardtherapien hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den .