Einleitung

Secukinumab (Handelsname Cosentyx) ist seit 2015 zur systemischen Therapie für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis oder mit Psoriasis-Arthritis zugelassen.

Es kommt infrage für:

  • Erwachsene, die für eine systemische Therapie und oder eine Phototherapie geeignet sind. Dazu gehören auch Erwachsene, bei denen eine systemische Therapie mit Fumarsäure, Ciclosporin oder Methotrexat ohne ausreichenden Erfolg war oder nicht geeignet ist.
  • Erwachsene mit aktiver Psoriasis-Arthritis, bei denen eine Therapie mit antirheumatischen Arzneimitteln nicht ausreichend geholfen hat. Secukinumab wird dann allein oder in Kombination mit Methotrexat angewendet.

Psoriasis ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hautkrankheit. Sie macht sich meist durch scharf abgegrenzte rote Flecken (medizinisch „Plaques“ genannt), eine schuppige Haut und häufig auch Juckreiz bemerkbar. Die Schuppenflechte ist eine chronische Erkrankung und bisher nicht heilbar. Sie verläuft in Schüben: Das Hautbild kann plötzlich schlechter werden, sich aber auch spontan bessern.

Die häufigste Form der Psoriasis ist die Plaque-Psoriasis (Psoriasis vulgaris), die etwa 85 Prozent aller Erkrankungen ausmacht. Seltener ist die Psoriasis-Arthritis (Arthritis psoriatica), bei der sich zusätzlich verschiedene Gelenke entzünden, anschwellen und schmerzen.

Eine Psoriasis wird gewöhnlich äußerlich behandelt, beispielsweise mit Cremes oder Salben. Bei schweren Verläufen kommt eine Behandlung mit UV-Strahlen (Phototherapie) infrage. Außerdem gibt es Arzneimittel zum Einnehmen oder Spritzen, die auf verschiedene Weise den Entzündungsprozess verlangsamen oder stoppen sollen. Diese Form der Behandlung nennt man systemische Therapie.

Secukinumab soll die Entzündungsreaktion der Haut verringern, indem es einen Eiweißstoff hemmt und so die Ausschüttung verschiedener entzündungsfördernder Botenstoffe verringert.

Anwendung

Secukinumab gibt es als Fertigpen in einer Dosierung von 150 mg.

Bei einer Plaque-Psoriasis wird in den ersten vier Wochen einmal wöchentlich, danach einmal monatlich 300 mg des Wirkstoffs unter die Haut gespritzt.

Bei einer Psoriasis-Arthritis wird in den ersten vier Wochen einmal wöchentlich, danach einmal monatlich 150 mg des Wirkstoffs unter die Haut gespritzt. Die Dosis wird auf 300 mg verdoppelt, wenn jemand gleichzeitig eine mittelschwere bis schwere Plaque-Psoriasis hat oder TNF-α-Antagonisten (siehe unten) nicht ausreichend wirken. Secukinumab wird bei der Psoriasis-Arthritis allein oder in Kombination mit Methotrexat angewendet.

Der Erfolg der Behandlung sollte regelmäßig überprüft werden. Zeigt sich nach 16 Wochen keine Besserung, wird in der Regel empfohlen, die Therapie zu beenden.

Andere Behandlungen

Für Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, bei denen eine systemische Therapie infrage kommt, stehen außer einer Phototherapie die Wirkstoffe Fumarsäureester, Ciclosporin oder Methotrexat zur Verfügung.

Für Patientinnen und Patienten, bei denen eine systemische Therapie mit den genannten Wirkstoffen erfolglos war oder nicht geeignet ist, kommt eine Behandlung mit einem Tumor-Nekrose-Faktor (TNF)-α-Antagonisten (Adalimumab oder Infliximab) oder dem Wirkstoff Ustekinumab infrage.

Für Patientinnen und Patienten mit Psoriasis-Arthritis, bei denen eine Therapie mit antirheumatischen Arzneimitteln nicht ausreichend geholfen hat, kommt ebenfalls eine Behandlung mit einem Tumor-Nekrose-Faktor (TNF)-α-Antagonisten (Adalimumab, Etanercept, Golimumab oder Infliximab) infrage. Diese kann mit Methotrexat kombiniert werden.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2017 geprüft, welche Vor- und Nachteile Secukinumab bei Erwachsenen mit Psoriasis im Vergleich zu den bewährten Standardtherapien hat.

Für Personen mit aktiver Psoriasis-Arthritis, bei denen eine Therapie mit antirheumatischen Arzneimitteln nicht ausreichend geholfen hat, legte der Hersteller keine geeigneten Daten vor. Die Frage, welche Vor- und Nachteile Secukinumab gegenüber den bisherigen Standardtherapien für diese Patientengruppe hat, kann daher nicht beantwortet werden.

Der Hersteller legte für zwei Patientengruppen verwertbare Daten vor:

  • Erwachsene, für die eine systemische Therapie und / oder Phototherapie infrage kommt.
  • Erwachsene, bei denen eine systemische Therapie mit Fumarsäure, Ciclosporin oder Methotrexat ohne ausreichenden Erfolg war oder nicht geeignet ist.

Mehr Wissen

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den .