Einleitung

Secukinumab (Handelsname Cosentyx) ist seit November 2015 für Personen mit Morbus Bechterew (ankylosierende Spondylitis) zugelassen. Der Wirkstoff kommt für Personen infrage, bei denen eine konventionelle Therapie nicht ausreichend gewirkt hat.

Der Morbus Bechterew ist eine chronisch entzündliche Erkrankung, die vor allem die Wirbelsäule betrifft. Sie wird den rheumatischen Erkrankungen zugeordnet. Ein Morbus Bechterew macht sich gewöhnlich durch Schmerzen im Kreuz bemerkbar, manchmal auch im Nacken oder in der Hüfte. Die Erkrankung verläuft in Schüben: Die Beschwerden können sich plötzlich verstärken und danach wieder spontan bessern.

Die Entzündung der Wirbelgelenke einschließlich des Iliosakralgelenks (Kreuzbein-Darmbein-Gelenk) und der Gelenke zwischen Rippen und Wirbeln kann dazu führen, dass sich die Gelenke versteifen und die Beweglichkeit des Rückens stark eingeschränkt ist. Manchmal verkrümmt sich die Wirbelsäule, was zu einer stark vornübergebeugten Körperhaltung führt. In fortgeschrittenem Stadium kann auch die Beweglichkeit des Brustkorbs und damit die Atmung beeinträchtigt werden.

Die konventionelle Behandlung eines Morbus Bechterew richtet sich nach den Beschwerden und der Schwere der Erkrankung. Krankengymnastische Übungen und körperliche Aktivität sollen helfen, die Beweglichkeit zu erhalten. Als Arzneimittel kommen schmerzlindernde Wirkstoffe infrage. Darüber hinaus gibt es Arzneimittel, die den Entzündungsprozess auf verschiedene Weise verlangsamen oder stoppen sollen.

Secukinumab soll die Entzündungsreaktion der Wirbelgelenke verringern, indem es einen Eiweißstoff hemmt und so die Ausschüttung verschiedener entzündungsfördernder Botenstoffe verringert.

Anwendung

Secukinumab gibt es als Fertigpen in einer Dosierung von 150 mg. In den ersten vier Wochen wird einmal wöchentlich, danach einmal monatlich 150 mg des Wirkstoffs unter die Haut gespritzt.

Der Erfolg der Behandlung sollte regelmäßig überprüft werden. Zeigt sich nach 16 Wochen keine Besserung, wird in der Regel empfohlen, die Therapie zu beenden.

Andere Behandlungen

Für Personen mit aktivem Morbus Bechterew, die auf eine konventionelle Therapie nicht ausreichend angesprochen haben, kommt als Standardtherapie die Behandlung mit einem Tumor-Nekrose-Faktor (TNF)-α-Antagonist (Adalimumab, Etanercept, Golimumab oder Infliximab) infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2016 geprüft, welche Vor- und Nachteile Secukinumab für Personen mit aktivem Morbus Bechterew im Vergleich zur Standardtherapie hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor. Welche Vor- und Nachteile Secukinumab gegenüber der bisherigen Standardtherapie hat, wenn die Patientinnen und Patienten auf eine konventionelle Therapie nicht ausreichend angesprochen haben, lässt sich daher nicht beurteilen.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den .