Einleitung

Foto von Mann (PantherMedia / Brigitte Meckle) Rote Flecken, sichtbare Äderchen und Pusteln im Gesicht: Dies sind typische Anzeichen für Rosazea (auch Rosacea oder „Kupferrose“) – einer häufigen Entzündung der Gesichtshaut, die meist in Schüben auftritt.

Wie jede sichtbare Hautkrankheit kann Rosazea das Wohlbefinden und das Selbstbewusstsein beeinträchtigen. Vielen Menschen ist allerdings gar nicht bewusst, dass ihre fleckig gerötete Gesichtshaut durch eine behandelbare Erkrankung verursacht wird. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Entzündung zu lindern und Schüben vorzubeugen.

Symptome

Rosazea ist eine chronische, nicht ansteckende Entzündung der Gesichtshaut. Sie kann unterschiedlich ausgeprägt sein und Wangen, Kinn, Stirn und Nase betreffen. Je nach Symptomen unterscheidet man vier verschiedene Typen:

  • Typ 1: Die Gesichtshaut ist gerötet, manchmal werden Äderchen sichtbar.
  • Typ 2: Zusätzlich zur Hautrötung bilden sich Hautknötchen (Papeln) und Pusteln.
  • Typ 3: Die Haut ist verdickt und es entstehen entzündliche Knötchen, vor allem auf der Nase.
  • Typ 4: Die Rosazea führt zu Entzündungen an den Augen und Augenlidern, manchmal auch ohne auffällige Hauterscheinungen.

Die Haut kann auch trockener werden, etwas anschwellen und sich leicht abschälen, brennen oder jucken. Sie ist empfindlicher und leichter reizbar als gesunde Haut.

Die Erkrankung kann sich sehr unterschiedlich zeigen und es gibt viele Mischformen. Manchmal entzünden sich auch Nacken, Brust oder Kopfhaut.

 

Grafik: Rosazea Typ 1 und Typ 2 (unterschiedliche Schweregrade) - wie im Text beschriebenRosazea Typ 1 und Typ 2 (unterschiedliche Schweregrade)

 

Grafik: Rosazea Typ 3 und Typ 4Rosazea Typ 3 und Typ 4

 

Ursachen

Die Ursachen der Rosazea sind nicht vollständig geklärt. Man weiß, dass Entzündungsreaktionen und Veränderungen der Blutgefäße in der Haut an der Entstehung beteiligt sind. Als Auslöser werden unter anderem Sonnenlicht, starke Hitze oder Kälte, bestimmte Haarmilben (Haarbalgmilben oder Demodex genannt), Bakterien, eine gestörte Schutzfunktion der Haut und Stress vermutet. Auch die familiäre Veranlagung spielt eine Rolle.

Rosazeaähnliche Beschwerden können zudem durch den langfristigen Gebrauch von Kortisonpräparaten begünstigt werden (Steroid-Rosazea). Bei angemessener Anwendung ist dieses Risiko aber sehr gering.

Obwohl sich Pusteln entwickeln können, handelt es sich nicht um eine Form von Akne. Im Gegensatz zur Akne ist die Talgproduktion der Haut bei Rosazea nicht verstärkt.

Häufigkeit

Eine Rosazea entwickelt sich meist erst nach dem 30. Lebensjahr. In Deutschland sind etwa 2 bis 5 % aller Erwachsenen betroffen. Bei Frauen sowie Menschen mit heller Haut ist sie häufiger. Viele Menschen mit ständig fleckig geröteter Gesichtshaut wissen jedoch nicht, dass sie eine Hautkrankheit haben.

Verlauf

Rosazea-Beschwerden treten oft in Schüben auf: Zeiten mit stärker ausgeprägten Hautveränderungen wechseln sich mit Phasen ab, in denen sich die Entzündung bessert oder ganz abklingt.

Die meisten Menschen haben eine Rosazea Typ 1. Mit der Zeit kann sich die Haut verändern und es können andere Symptome hinzukommen. Oft bleiben die Beschwerden aber über lange Zeit gleich.

Folgen

Besonders bei Männern mit Rosazea Typ 3 kann sich eine Knollennase entwickeln, ein sogenanntes Rhinophym.

Eine Rosazea vom Typ 4, bei der sich die Augenlider oder Augen entzünden, kann besonders belasten. Doch auch hier gibt es unterschiedliche Ausprägungen, von nur leichten Problemen bis hin zu starken Beschwerden.

Bei einer Rosazea mit Augenbeteiligung können die Augen gerötet sein, jucken und tränen. Zudem können sie lichtempfindlicher werden. Wenn die Talgdrüsen an den Augenlidern verstopft sind, können die Augen austrocknen. Entzündungen der Bindehaut, des Lidrands und der Hornhaut sind ebenfalls möglich und können schmerzhaft sein. Manchmal fühlt es sich an, als wäre ein Fremdkörper im Auge.

Wenn es zu Komplikationen an den Augen wie zum Beispiel einer Hornhautentzündung kommt, kann eine Rosazea Typ 4 auch zu einem Sehverlust führen. Dies ist allerdings sehr selten.

Vorbeugung

Oft finden Betroffene mit der Zeit heraus, dass es bestimmte Auslöser für Schübe gibt. Allgemein gilt, dass alles, was zu einer Rötung des Gesichts führt, auch die Rosazea verstärken kann. Typische Auslöser sind zum Beispiel:

  • Alkohol
  • heiße Getränke
  • Kosmetika oder hautreizende Seifen
  • Hautverletzungen
  • bestimmte Medikamente wie gefäßerweiternde Mittel
  • scharfe Gewürze und Speisen
  • Sonnenlicht
  • extreme Temperaturen

Ein Rosazea-Tagebuch kann helfen, möglichen Auslösern auf die Spur zu kommen. Wer sie kennt, hat die Möglichkeit, zumindest einige davon zu vermeiden.

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Behandlung

Je nach Erkrankungstyp kommen unterschiedliche Behandlungen infrage. Bei leichten Symptomen kann es ausreichen, auf eine gute Hautpflege zu achten. Es wird empfohlen, auf einen ausreichenden Sonnenschutz zu achten, seifenfreie Reinigungsprodukte mit einem niedrigen pH-Wert zu verwenden und Reizstoffe zu vermeiden. Auffällige Stellen können mit hautverträglichen Kosmetika abgedeckt werden.

Stärkere Hautveränderungen werden meist mit Medikamenten zum Auftragen auf die Haut behandelt. Häufig werden Cremes, Gels oder Lotionen mit den Wirkstoffen Azelainsäure, Brimonidin, Ivermectin oder dem Antibiotikum Metronidazol eingesetzt. Welche Mittel infrage kommen, hängt vom Typ der Rosazea ab.

Bei starken Beschwerden oder wenn äußerliche Behandlungen nicht helfen, kann das entzündungshemmende Antibiotikum Doxycyclin als Tablette eingenommen werden. Eine stark veränderte Nase (Rhinophym) kann operiert werden.

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Leben und Alltag

Auch wenn eine Rosazea meist harmlos ist, können Rötungen im Gesicht oder an der Nase psychisch stark belasten. Betroffene kennen neugierige Blicke anderer oder die Vermutung, die Ursache der „roten Nase“ sei übermäßiger Alkoholgenuss. Meist entstehen solche Reaktionen, weil die meisten Menschen nicht wissen, was eine Rosazea ist. Andere häufige Hauterkrankungen wie Akne sind viel bekannter. Es kann deshalb helfen, offen mit der Erkrankung umzugehen und in Familie, Freundeskreis und am Arbeitsplatz zu erklären, was es damit auf sich hat.

Wenn die Rötung im Gesicht sehr auffällig ist, kann ein gut abdeckendes Make-Up aufgetragen werden. Weil bestimmte Kosmetika die Rosazea manchmal verstärken können, müssen unter Umständen verschiedene Mittel ausprobiert werden. Bei der Auswahl der richtigen Produkte kann auch die Hautärztin oder der Hautarzt helfen.

Weitere Informationen

Die Hausarztpraxis ist meist die erste Anlaufstelle, wenn man krank ist oder bei einem Gesundheitsproblem ärztlichen Rat braucht. Wir informieren darüber, wie man die richtige Praxis findet, wie man sich am besten auf den Arztbesuch vorbereitet und was dabei wichtig ist.

Schlagwörter: Haut und Haare, Kupferrose, L71, Rosazea