Einleitung

Rolapitant (Handelsname Varuby) ist seit April 2017 für Erwachsene in Kombination mit anderen Wirkstoffen zugelassen, die eine Chemotherapie gegen eine Krebserkrankung erhalten. Das Medikament soll Übelkeit und Erbrechen vorbeugen und kommt infrage für:

  • Personen, die eine Chemotherapie erhalten, die häufig (30 bis 90 von 100 Personen) Übelkeit und Brechreiz auslöst,
  • Personen, die eine Chemotherapie erhalten, die fast immer (mehr als 90 von 100 Personen) Übelkeit und Brechreiz auslöst.

Neben Operationen und Bestrahlungen werden zur Behandlung von Krebs häufig Chemotherapien eingesetzt. Eine Chemotherapie soll das Wachstum von Krebszellen stoppen. Die Medikamente schädigen aber auch gesunde Zellen. Das kann zu Nebenwirkungen wie Haarausfall, Blutarmut, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen.

Chemotherapien, die auf das Brechzentrum im Gehirn einwirken und Übelkeit und Erbrechen auslösen, nennt man emetogen. Übelkeit und Erbrechen können akut innerhalb von 24 Stunden oder verzögert, also 24 Stunden nach Beginn der Chemotherapie, auftreten.

Rolapitant ist ein Neurokinin-1-Rezeptorantagonist und wirkt im Nervensystem. Er hemmt die Wirkung von Botenstoffen, die das Brechzentrum im Gehirn anregen. Es wird mit einem Serotonin-Antagonist und dem Wirkstoff Dexamethason kombiniert.

Anwendung

Rolapitant wird als Tablette (90 mg) zwei Stunden vor einem Chemotherapiezyklus in einer Dosierung von 180 mg eingenommen. Bis zur nächsten Einnahme von Rolapitant muss ein Abstand von mindestens zwei Wochen eingehalten werden.

Andere Behandlungen

Für Patientinnen und Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, gibt es verschiedene Standardtherapien, um Übelkeit und Erbrechen vorzubeugen. Diese hängen davon ab, welche Chemotherapie eingesetzt wird:

  • Für Patientinnen und Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, die häufig Brechreiz auslöst, kommt eine Zweifachtherapie mit einem Serotonin-Antagonisten und Dexamethason infrage. Bei einer Chemotherapie mit Carboplatin wird zusätzlich ein Neurokinin-1-Rezeptorantagonist eingesetzt.
  • Für Patientinnen und Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, die fast immer Brechreiz auslöst, kommt eine Dreifachtherapie mit einem Serotonin-Antagonisten, einem Neurokinin-1-Rezeptorantagonisten und Dexamethason infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2017 geprüft, ob Rolapitant Vor- oder Nachteile bei Übelkeit und Erbrechen nach einer Chemotherapie im Vergleich zu den Standardtherapien hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den .