Einleitung

Ramucirumab (Handelsname Cyramza) ist seit Januar 2016 zur Behandlung von metastasiertem Darmkrebs zugelassen. Dabei wird der Wirkstoff mit einer sogenannten FOLFIRI-Chemotherapie kombiniert. Eine FOLFIRI-Therapie besteht aus den Wirkstoffen Folinsäure, 5-Fluorouracil und Irinotecan. Ramucirumab kommt für erwachsene Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Krebs des Dick- oder Enddarms infrage, bei denen die Erkrankung trotz Behandlung fortschreitet.

Darmkrebs entsteht fast immer aus bestimmten Darmpolypen (Adenomen). Das sind gutartige Wucherungen, die in der Darmschleimhaut wachsen. Die meisten Adenome bleiben klein und harmlos. Nur wenige verändern sich und können bösartig werden. Obwohl der Dünndarm wesentlich länger ist als der Dickdarm, entsteht Darmkrebs fast immer im Dickdarm (Kolon) oder im Mastdarm (Rektum, auch Enddarm genannt). Bei diesen Krebsarten spricht man auch vom „kolorektalen Karzinom“.

Darmkrebs verursacht anfangs oft keine Beschwerden und kann deshalb zunächst unbemerkt bleiben. Bei fortgeschrittenem metastasiertem Darmkrebs haben sich bereits Absiedlungen gebildet, sodass eine Heilung in der Regel nicht mehr möglich ist.

Der Wirkstoff Ramucirumab ist ein Antikörper, der die Bildung neuer Blutgefäße stört. Er soll so das Wachstum des Tumors hemmen und ein Voranschreiten der Erkrankung verhindern.

Anwendung

Ramucirumab sollte vor der Chemotherapie gegeben werden. Der Wirkstoff wird über einen Tropf als Infusion verabreicht.

Die Infusion dauert ungefähr 60 Minuten und wird in Abständen von zwei Wochen gegeben. Die Dosis hängt vom Körpergewicht ab. Die Behandlung wird beendet, wenn der Krebs weiter fortschreitet oder Ramucirumab nicht mehr vertragen wird.

Andere Behandlungen

Für Erwachsene mit metastasiertem Darmkrebs kommt in der Regel eine FOLFIRI-Chemotherapie als Standardbehandlung infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2016 geprüft, ob Personen mit fortgeschrittenem kolorektalem Karzinom von Ramucirumab profitieren können.

Der Hersteller legte eine Studie vor, in der Ramucirumab in Kombination mit FOLFIRI mit der alleinigen Behandlung mit FOLFIRI verglichen wurde. In der Studie erhielten 536 Frauen und Männer Ramucirumab und FOLFIRI, die anderen 536 Personen wurden mit FOLFIRI allein behandelt.

In der Studie zeigten sich für Frauen und Männer unterschiedliche Ergebnisse.

Mehr Wissen

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den .