Einleitung

Ramucirumab (Handelsname Cyramza) ist seit Dezember 2014 zur Behandlung von fortgeschrittenem Magenkrebs zugelassen. Dabei kann der Wirkstoff mit Paclitaxel kombiniert werden. Ramucirumab kommt für erwachsene Patientinnen und Patienten infrage, bei denen die Erkrankung trotz vorheriger Chemotherapie weiter fortschreitet.

Magenkrebs entsteht durch die bösartige Neubildung von Drüsenzellen der Schleimhaut, die den Magen von innen auskleidet. Auch der Übergang zwischen Speiseröhre und Magen kann betroffen sein.

Die meisten Menschen erkranken in einem Alter von über 60 Jahren an Magenkrebs. Er verursacht anfangs unspezifische Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Appetit- oder Gewichtsverlust. Er kann deshalb zunächst unbemerkt bleiben oder mit anderen Magenerkrankungen verwechselt werden. Es kann auch dunkel bis schwarz gefärbter Stuhl auftreten – sogenannter Teerstuhl, der durch Blutungen im Magen entsteht.

Ein Tumor im Magen wird, wenn möglich, operativ entfernt. Manchmal ist er dafür jedoch schon zu groß oder hat bereits über das Blut- oder Lymphsystem Absiedlungen in anderen Körperregionen (Metastasen) gebildet. In diesem Fall spricht man von fortgeschrittenem Magenkrebs.

Der Wirkstoff Ramucirumab ist ein Antikörper, der die Bildung neuer Blutgefäße stört. Er soll so das Wachstum des Tumors hemmen und ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern.

Anwendung

Ramucirumab wird in Kombination mit Paclitaxel in Zyklen von 28 Tagen gegeben: Am 1. und 15. Tag jedes Behandlungszyklus erhalten die Patientinnen und Patienten eine Infusion mit Ramucirumab, an den Tagen 1, 8 und 15 eine Infusion mit Paclitaxel. Nach zwei Wochen Pause beginnt dann der nächste Zyklus.

Personen, für die Paclitaxel nicht geeignet ist, erhalten nur Ramucirumab. Der Wirkstoff wird dann alle zwei Wochen verabreicht.

Die Dosis hängt vom Körpergewicht ab. Die Behandlung wird beendet, wenn der Krebs weiter fortschreitet oder zu starke Nebenwirkungen auftreten.

Andere Behandlungen

Für Personen mit fortgeschrittenem Magenkrebs, die bereits mit einer Platin- und Fluoropyrimidin-haltigen Chemotherapie vorbehandelt wurden, kommt eine individuell optimierte Therapie infrage. Diese hängt unter anderem davon ab, welche Behandlungen bereits versucht wurden. Sie wird durch die Ärztin oder den Arzt angepasst.

Personen, die Paclitaxel nicht vertragen und die bereits mit Platin- oder Fluoropyrimidin-haltiger Chemotherapie behandelt wurden, erhalten eine individuell angepasste und optimierte unterstützende Behandlung der Symptome, die die Lebensqualität verbessern soll. Eine solche Therapie wird auch als „Best Supportive Care“ (BSC) bezeichnet.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2016 geprüft, ob Ramucirumab bei Erwachsenen mit fortgeschrittenem Magenkrebs Vor- oder Nachteile im Vergleich zu den bewährten Standardtherapien hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von .