Einleitung

Pomalidomid (Handelsname Imnovid) ist seit 2013 zur Behandlung eines Multiplen Myeloms zugelassen, das erneut aufgetreten ist und sich nur schwer behandeln lässt. Das Medikament kommt für erwachsene Patientinnen und Patienten infrage, die bereits zwei oder mehr Therapien erhalten haben, unter anderem mit den Wirkstoffen Lenalidomid und Bortezomib, und bei denen die letzte Therapie nicht ausreichend gewirkt hat. Pomalidomid wird mit dem Wirkstoff Dexamethason kombiniert.

Das Multiple Myelom ist eine seltene Krebserkrankung, bei der sich krankhaft veränderte Plasmazellen im Knochenmark unkontrolliert vermehren. Wenn die Erkrankung fortschreitet, wird der Knochen zerstört und die normale Blutbildung verhindert. Das kann zu Knochenschmerzen und -brüchen sowie zu einer Blutarmut (Anämie) führen. Ein Multiples Myelom schwächt zudem das Immunsystem und ist eine lebensbedrohliche Erkrankung.

Anwendung

Pomalidomid ist als Kapsel in vier Dosierungen verfügbar: 1, 2, 3 und 4 mg. Die Behandlung mit beiden Wirkstoffen folgt einem 28 Tage-Behandlungszyklus: Pomalidomid wird an den ersten 21 Tagen einmal täglich als 4 mg-Kapsel eingenommen, darauf folgt eine einwöchige Einnahmepause. An den Tagen 1, 8, 15 und 22 des Einnahmezyklus wird zusätzlich Dexamenthason in einer Dosis von 40 mg eingenommen. Die Pomalidomid-Dosis kann im weiteren Verlauf auf Basis regelmäßiger Untersuchungen bei Bedarf angepasst werden. Die Behandlung wird beendet, wenn zu schwere Nebenwirkungen auftreten oder die Erkrankung trotz Therapie fortschreitet.

Andere Behandlungen

Für Patientinnen und Patienten mit erneut aufgetretenem, schwer behandelbarem Multiplem Myelom kommt als Standardtherapie eine zielgerichtete individuelle Therapie infrage. Diese hängt unter anderem davon ab, welche Behandlungen bereits versucht wurden und wird durch die Ärztin oder den Arzt individuell angepasst.

Kommt eine zielgerichtete Therapie nicht mehr infrage, wird die bestmögliche unterstützende Behandlung („Best Supportive Care“, BSC) angewendet. Sie soll sich an den persönlichen Bedürfnissen eines Patienten orientieren, Beschwerden wie Schmerzen lindern und die Lebensqualität verbessern.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2016 geprüft, welche Vor- und Nachteile Pomalidomid in Kombination mit Dexamethason für Personen mit fortgeschrittenem Multiplem Myelom im Vergleich zu den bisherigen Standardtherapien hat. Es wurden Studien berücksichtigt, in denen die Patientinnen und Patienten bereits zwei oder mehr Therapien erhalten haben (unter anderem mit Lenalidomid und Bortezomib), und bei denen die letzte Therapie nicht ausreichend wirkte.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor. Welche Vor- und Nachteile Pomalidomid in Kombination mit Dexamethason für Personen mit fortgeschrittenem Multiplem Myelom gegenüber den bisherigen Standardtherapien hat, kann daher nicht beantwortet werden.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den . 

Generelle Informationen über Pomalidomid (Imnovid) und über weiter mögliche Nebenwirkungen finden sich im Beipackzettel und in einem im April 2016 veröffentlichten .