Einleitung

Pertuzumab (Handelsname Perjeta) ist seit Juli 2015 als Therapie für Erwachsene mit HER2-positivem, lokal fortgeschrittenem, entzündlichem oder frühem Brustkrebs mit hohem Risiko für einen Rückfall zugelassen. Der Wirkstoff wird vor einer anstehenden Operation eingesetzt (neoadjuvante Therapie). Seit April 2018 ist Pertuzumab auch als unterstützende (adjuvante) Therapie nach der Operation eines HER2-positiven, frühen Brustkrebs mit hohem Risiko für einen Rückfall zugelassen.

Wie sich Brustkrebs-Zellen vermehren, wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Dazu gehört ein bestimmter Eiweißbaustein auf der Oberfläche der Krebszellen, der HER2-Rezeptor (humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor). HER2-Rezeptoren reagieren auf Wachstumssignale und regen so das Wachstum des Tumors an. Wenn diese Rezeptoren auf den Zellen eines Brusttumors besonders häufig vorkommen, spricht man von HER2-positivem Brustkrebs. Ein HER2-positiver Brustkrebs wächst vergleichsweise schneller und es kommt häufiger zu Rückfällen (Rezidiven).

Pertuzumab wird mit dem Wirkstoff Trastuzumab und einer Chemotherapie kombiniert. Der Wirkstoff bindet - wie auch Trastuzumab - an den HER2-Rezeptor, blockiert diesen und soll so das Wachstum der Krebszellen hemmen.

Anwendung

Pertuzumab wird als Infusion verabreicht – also über einen Tropf in eine Vene gegeben.

Die erste Infusion enthält 840 mg Pertuzumab und dauert ungefähr eine Stunde. Die weiteren Infusionen enthalten 420 mg Pertuzumab und dauern 30 bis 60 Minuten. Zwischen den Infusionen liegen jeweils drei Wochen. Die Dauer der Behandlung hängt unter anderem von der Art des Brustkrebses, dem Krankheitsverlauf und Operationszeitpunkt sowie der Verträglichkeit ab.

Andere Behandlungen

Als Standardtherapie kommt eine Kombinationstherapie mit den Wirkstoffen Trastuzumab, einem Taxan (Paclitaxel oder Docetaxel) und gegebenenfalls einem Anthrazyklin (Doxorubicin oder Epirubicin) infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2018 geprüft, ob die Behandlung mit Pertuzumab in Kombination mit Trastuzumab und Docetaxel für Frauen mit HER2-positivem, frühem Brustkrebs Vor- oder Nachteile im Vergleich zu den Standardtherapien hat. Der Hersteller legte jeweils eine Studie zu Pertuzumab als neoadjuvante und als adjuvante Therapie vor:

Mehr Wissen

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Pertuzumab (Perjeta).