Einleitung

Perampanel (Handelsname Fycompa) ist seit Juli 2012 als Zusatztherapie für Jugendliche ab zwölf Jahren und Erwachsene mit epileptischen Krampfanfällen zugelassen.

Epileptische Anfälle werden durch eine gestörte Aktivität von Nervenzellen im Gehirn ausgelöst. Die Anfälle äußern sich unter anderem durch Bewusstseins- und Wahrnehmungsstörungen, Muskelzuckungen bis hin zu starken Krämpfen und Unwohlsein. Meist geht ein Krampfanfall innerhalb einiger Sekunden bis Minuten vorüber.

Je nach Ausbreitung werden fokale und generalisierte epileptische Anfälle unterschieden:

Fokale Anfälle bleiben auf einen kleinen Teil des Gehirns begrenzt: Muskelzuckungen oder -krämpfe betreffen nur einzelne Körperstellen. Ein fokaler Anfall kann sich aber auch über den gesamten Körper ausbreiten – man spricht dann von einer „sekundären Generalisierung“.

Generalisierte Krampfanfälle betreffen den ganzen Körper. Häufig kommt es dabei zu kurzen Bewusstseinsstörungen. Bei einem tonisch-klonischen Anfall versteift sich der Körper bei aussetzender Atmung, gefolgt von rhythmischen Muskelzuckungen und anschließender Erschöpfung.

Perampanel kommt zusätzlich zur Basistherapie sowohl zur Behandlung von fokalen Krampfanfällen mit und ohne sekundärer Generalisierung als auch zur Behandlung tonisch-klonischer Anfälle bei generalisierter Epilepsie infrage.

Anwendung

Perampanel wird zusätzlich zu einer Basistherapie eingesetzt.

Das Medikament wird einmal täglich als Tablette abends vor dem Schlafengehen eingenommen. Die Dosis wird individuell bestimmt, die empfohlene Höchstdosis beträgt 12 mg pro Tag.

Andere Behandlungen

Die Behandlung einer Epilepsie wird durch die Ärztin oder den Arzt individuell angepasst. Sie hängt unter anderem von der Basistherapie sowie den vorher bereits verabreichten Wirkstoffen ab.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2018 geprüft, ob Perampanel als Zusatztherapie für Personen ab zwölf Jahren mit generalisierter Epilepsie und tonisch-klonischen Anfällen Vor- oder Nachteile im Vergleich zu den üblichen Zusatztherapien hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den .