Ocrelizumab (Ocrevus) für Personen mit primär fortschreitender Multipler Sklerose

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2018 geprüft, ob die Behandlung mit Ocrelizumab (Handelsname Ocrevus) zusätzlich zu einer bestmöglichen unterstützenden Behandlung (BSC) Vor- oder Nachteile für Personen mit primär fortschreitender Multipler Sklerose (PPMS) hat. Die nachfolgenden Ergebnisse gelten nur für Patientinnen und Patienten, deren Erkrankung in einem frühen Stadium war.

Der Hersteller legte eine Studie vor. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten eine bestmögliche unterstützende Behandlung. 486 Personen bekamen zusätzlich Ocrelizumab, 239 Personen erhielten stattdessen zusätzlich ein Placebo (Scheinmedikament). Die Ergebnisse nach etwa vier Jahren und vier Monaten:

Welche Vorteile hat Ocrelizumab?

  • Die Studie zeigte keine Vorteile der Therapie mit Ocrelizumab.

Welche Nachteile hat Ocrelizumab?

  • Nebenwirkungen: Hier weist die Studie auf einen Nachteil für Ocrelizumab hin. Während und kurz nach der Infusion von Ocrelizumab hatten etwa 40 von 100 Personen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit oder Atemnot. Diese Nebenwirkungen traten allerdings auch bei 26 von 100 Personen auf, die ein Placebo erhalten hatten.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Lebenserwartung: Bei der Lebenserwartung zeigte sich kein Unterschied. In der Studienzeit sind insgesamt fünf Personen verstorben.
  • Schwere Nebenwirkungen: Es zeigte sich kein Unterschied: In beiden Gruppen traten bei etwa 21 von 100 Personen schwere Nebenwirkungen auf.
  • Krankheitsfolgen: Bei körperlichen Einschränkungen aufgrund der Erkrankung konnte ebenfalls kein Unterschied nachgewiesen werden.
  • Auch bei den folgenden Aspekten zeigte sich kein Unterschied zwischen den Therapien:
    • Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen
    • Infektionen
    • parasitäre Erkrankungen

Welche Fragen sind noch offen?

  • Zur Frage, wie sich die Therapien auf Erschöpfung, den Gesundheitszustand sowie die gesundheitsbezogene Lebensqualität auswirkten, legte der Hersteller keine geeigneten Daten vor.