Nivolumab (Opdivo) in Kombination mit Ipilimumab (Yervoy) bei schwarzem Hautkrebs

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2018 geprüft, welche Vor- und Nachteile Nivolumab (Handelsname Opdivo) in Kombination mit Ipilimumab (Handelsname Yervoy) bei Personen mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs hat.

Zur Frage, wie Nivolumab plus Ipilimumab als erste Behandlung bei Personen ohne BRAF-V600-Mutation im Vergleich zu Nivolumab als Einzeltherapie abschneidet, legte der Hersteller zwei noch laufende Studien vor. In der größeren Studie konnten die Ergebnisse von 429 Personen ausgewertet werden, von denen etwa die Hälfte mit Nivolumab plus Ipilimumab behandelt wurde und die andere Hälfte mit Nivolumab allein. Dabei wurde Nivolumab in den ersten 12 Wochen der Studie in den beiden Gruppen unterschiedlich dosiert. In dieser Phase erhielten die Patientinnen und Patienten, die mit Nivolumab allein behandelt wurden, alle zwei Wochen 3 mg Nivolumab pro Kilogramm ihres Körpergewichts. Die Personen, die zusätzlich Ipilimumab einnahmen, erhielten alle drei Wochen 1 mg Nivolumab pro Kilogramm ihres Körpergewichts, also eine deutlich niedrigere Dosis. In der Studie wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bisher bis zu 4 Jahre beobachtet. In der kleineren Studie konnten die Daten von 30 Personen ausgewertet werden.

An den Studien nahmen Patientinnen und Patienten ohne BRAF-V600- Mutation teil, deren Krebs bei der Diagnose bereits Absiedlungen (Metastasen) gebildet hatte oder bei denen eine Operation nicht möglich war. Die Personen waren trotz der fortgeschrittenen Erkrankung in einem guten Allgemeinzustand. Für sie zeigten sich folgende Ergebnisse:

Welche Vorteile hat die Kombination Nivolumab plus Ipilimumab?

In den Studien zeigten sich keine Vorteile der Kombination Nivolumab plus Ipilimumab im Vergleich zu der Therapie mit Nivolumab allein.

Welche Nachteile hat Nivolumab plus Ipilimumab?

  • Bei schweren Nebenwirkungen weisen die Studien auf einen Nachteil der Kombination Nivolumab plus Ipilimumab hin. In der größeren Studie traten mit der Kombination im Mittel (Median) nach 2 Monaten schwere Nebenwirkungen auf, während dies mit Nivolumab allein nach etwa 11 Monaten der Fall war.
  • Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen: Auch bei den Therapieabbrüchen weisen die Studien auf einen Nachteil für die Kombinationstherapie hin: In der größeren Studie brachen innerhalb von 3 Jahren etwa 46 von 100 Personen ihre Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab. In der Gruppe mit Nivolumab als Einzeltherapie war dies nur bei knapp 14 von 100 Teilnehmenden der Fall.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität (kognitive Funktion): Die größere Studie deutet darauf hin, dass mit Nivolumab plus Ipilimumab behandelte Patientinnen und Patienten sich schlechter konzentrieren und erinnern konnten als die Personen mit Nivolumab allein.
  • Bei anderen Aspekten wie beispielsweise körperliche oder soziale Aktivitäten des Alltags zeigte sich kein Unterschied zwischen den Therapien. 

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Lebenserwartung: In der größeren Studie waren in beiden Gruppen 50 bis 56 von 100 Personen verstorben.
  • Gesundheitszustand: Auch hier ließ sich kein Unterschied zwischen den Therapien nachweisen.
  • Für folgende Krankheitsbeschwerden zeigte sich ebenfalls kein Unterschied:
    • Schmerz
    • Erschöpfung
    • Atemnot
    • Schlaflosigkeit
    • Appetitminderung
    • Übelkeit und Erbrechen
    • Durchfall

Welche Fragen sind noch offen?

  • Immunvermittelte schwere Nebenwirkungen: Als immunvermittelte Nebenwirkungen bezeichnet man Erkrankungen, bei denen das Immunsystem den eigenen Körper angreift. Der Hersteller legte hierzu keine verwertbaren Daten vor.