Einleitung

Nivolumab (Handelsname Opdivo) ist seit Juni 2015 für Erwachsene mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs zugelassen. Seit Mai 2016 ist Nivolumab zudem in Kombination mit dem Wirkstoff Ipilimumab zugelassen.

Das maligne Melanom ist der gefährlichste Typ von Hautkrebs. Es entsteht aus den dunklen Pigmentzellen und wird daher auch schwarzer Hautkrebs genannt. Wenn ein Melanom entdeckt wird, wird es operativ entfernt. Manchmal ist es jedoch zu groß, um es noch zu entfernen, oder es hat sich bereits über das Blut- oder Lymphsystem auf andere Körperregionen ausgebreitet und dort Absiedlungen gebildet. In diesem Falle spricht man von einem fortgeschrittenen malignen Melanom.

Nivolumab wird zur Behandlung eines fortgeschrittenen Melanoms eingesetzt, das nicht mehr operativ entfernt werden kann oder bereits Absiedlungen (Metastasen) gebildet hat. Es soll das Immunsystem aktivieren, den Krebs zu bekämpfen.

Anwendung

Abhängig davon, ob Nivolumab als Einzel- oder Kombinationstherapie mit Ipilimumab verabreicht wird, wird der Wirkstoff alle zwei, drei oder vier Wochen als Infusion angewendet. Das heißt, dass es über einen Tropf in eine Vene gegeben wird. Die Infusion dauert eine halbe bis eine Stunde.

Die Therapie wird beendet, wenn die Erkrankung fortschreitet oder zu starke Nebenwirkungen auftreten.

Andere Behandlungen

Für Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs gibt es verschiedene Therapiemöglichkeiten. Diese hängen davon ab, ob sie bereits behandelt wurden und ob sie ein verändertes Eiweiß im Tumorgewebe (BRAF-V600-Mutation) haben, das zu unkontrolliertem Wachstum des Tumors führen kann.

  • Für Patientinnen und Patienten, die bereits behandelt wurden, hängt die erneute Therapie unter anderem vom vorher verabreichten Wirkstoff ab. Sie wird durch die Ärztin oder den Arzt individuell angepasst.
  • Handelt es sich um die erstmalige Behandlung und liegt eine BRAF-V600-Mutation vor, kommt Vemurafenib infrage.
  • Handelt es sich um die erstmalige Behandlung und liegt keine BRAF-V600-Mutation vor, kommen Prembrolizumab oder Nivolumab als Einzeltherapie infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2015 geprüft, welche Vor- oder Nachteile Nivolumab als Einzeltherapie gegenüber der damaligen Standardtherapie Dacarbazin hatte. Aufgrund dieser Ergebnisse wurde Nivolumab zur neuen Standardtherapie für Personen ohne BRAF-V600-Mutation.

2017 und 2018 legte der Hersteller Studienergebnisse vor, in denen die Kombination von Nivolumab plus Ipilimumab mit Nivolumab als Einzeltherapie verglichen wurde. Auch in dieser Studie wurden nur Personen ohne BRAF-V600-Mutation untersucht.

Mehr Wissen

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den .