Einleitung

Das Arzneimittel Nivolumab (Handelsname Opdivo) ist seit November 2016 zur Behandlung des Hodgkin-Lymphoms zugelassen. Es kommt für erwachsene Patientinnen und Patienten infrage, bei denen der Krebs nach einer Stammzelltransplantation und Antikörper-Behandlung mit Brentuximab Vedotin erneut aufgetreten ist oder diese Therapien nicht ausreichend gewirkt haben.

Als Hodgkin-Lymphome werden eine ganze Gruppe von Krebserkrankungen des Lymphsystems bezeichnet, die durch eine unkontrollierte Vermehrung krankhaft veränderter weißer Blutkörperchen (Lymphozyten) entstehen. Diese Lymphozyten können sich über die Lymphgefäße im Körper ausbreiten. Erste Symptome eines Hodgkin-Lymphoms können dauerhaft angeschwollene Lymphknoten sein. Im fortgeschrittenen Stadium kann der Krebs auch Organe wie beispielsweise Leber, Milz oder das Knochenmark befallen.

Nivolumab soll das Immunsystem aktivieren, den Krebs zu bekämpfen.

Anwendung

Nivolumab wird in Abständen von zwei Wochen als Infusion verabreicht, also über einen Tropf in eine Vene gegeben. Die Infusion dauert ungefähr 60 Minuten. Die Dosierung hängt vom Körpergewicht ab.

Die Behandlung wird beendet, wenn der Krebs weiter fortschreitet oder zu starke Nebenwirkungen auftreten.

Andere Behandlungen

Wenn ein Hodgkin-Lymphom nach einer Stammzelltransplantation erneut auftritt, kommt unter Umständen eine weitere Transplantation von Stammzellen infrage.

Falls keine weitere Stammzelltransplantation infrage kommt, hängt die weitere Behandlung unter anderem von den vorherigen Therapien ab. Sie wird durch die Ärztin oder den Arzt angepasst.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2017 geprüft, ob Nivolumab für Personen mit Hodgkin-Lymphom Vor- oder Nachteile im Vergleich zu den Standardtherapien hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Nivolumab (Opdivo).