Einleitung

Foto von Mann beim Wandern (PantherMedia / Paul Simcock) Wenn die Nägel brüchig sind oder sich verfärben, kann eine Pilzinfektion die Ursache sein. Oft sind die Nägel der großen Zehen betroffen. Nagelpilz an den Händen ist selten.

Eine Nagelpilz-Infektion ist hartnäckig. Da die Fußnägel nur langsam nachwachsen, ist die Therapie meist langwierig und erfordert Geduld. Es kann mehrere Monate dauern, bis man einen Behandlungserfolg sieht.

Symptome

Nagelpilz macht sich durch weißlich-gelblich bis bräunlich verfärbte Nägel bemerkbar. Die Nägel können brüchig werden, sich verdicken und ihre Form verändern. Manchmal tun sie auch weh. Der betroffene Teil des Nagels kann sich vom Nagelbett ablösen. Eine Nagelpilz-Infektion wird auch als „Onychomykose“ bezeichnet.

Häufig sind die Nägel der großen Zehen betroffen. Bei den allermeisten Menschen zeigt sich der Pilz am vorderen oder seitlichen Nagelrand. Seltener geht die Infektion von der Nagelwurzel aus. Diese Form tritt vor allem bei Menschen mit einem stark geschwächten Immunsystem auf, etwa infolge einer schweren Erkrankung. Auch nach einer Organtransplantation kann es dazu kommen, weil man Medikamente benötigt, die das Abwehrsystem unterdrücken.

 

Grafik: Nagelpilz am großen ZehennagelNagelpilz am großen Zehennagel

 

Bei einer anderen Erscheinungsform bilden sich an der Oberfläche des Nagels weiße Flecken. Sie können punktförmig bleiben, sich aber auch flächig ausbreiten. Dies wird als „weißer oberflächlicher Nagelpilz“ bezeichnet.

 

Grafik: Weißer oberflächlicher Nagelpilz an mehreren ZehennägelnWeißer oberflächlicher Nagelpilz an mehreren Zehennägeln

Ursachen

Eine Nagelpilz-Infektion wird meist durch Hautpilze (Dermatophyten) verursacht. Manchmal sind aber auch Hefe- oder Schimmelpilze dafür verantwortlich. Hefepilze treten vor allem an den Fingernägeln auf.

Viele Menschen mit Nagelpilz haben gleichzeitig Fußpilz. Daher gehen viele Fachleute davon aus, dass Nagelpilz oft die Folge einer Fußpilz-Infektion ist.

Risikofaktoren

Welche Faktoren eine Nagelpilz-Infektion begünstigen, ist insgesamt nicht gut erforscht. Als Risikofaktoren gelten:

  • eine Fußpilz-Infektion
  • häufiger Kontakt mit Pilzerregern, zum Beispiel in Schwimmbädern oder Saunen
  • Verletzungen der Nägel
  • zu enge Schuhe
  • bestimmte Hautkrankheiten wie Schuppenflechte
  • Durchblutungsstörungen in den Beinen, etwa aufgrund von Diabetes oder einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit
  • eine Schwäche des Immunsystems, etwa aufgrund einer Erkrankung wie HIV oder wegen der Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem schwächen
  • eine familiäre Veranlagung

Nagelpilz an den Händen tritt vor allem bei Menschen auf, deren Hände häufig feucht sind, etwa bei Reinigungskräften.

Häufigkeit

Nagelpilz ist weit verbreitet. Schätzungen zufolge sind zwischen 3 und 12 % der Bevölkerung betroffen. Ältere Menschen haben öfter damit zu tun als jüngere.

Verlauf

Bei ansonsten gesunden Menschen hat eine Nagelpilz-Infektion keine ernsthaften Folgen. Sie verschwindet aber selten von selbst. Unbehandelt kann der Pilz auf einen Teil des Nagels beschränkt bleiben oder sich ausbreiten. Wie oft es dazu kommt, ist aber nicht bekannt.

Bei Menschen mit Diabetes oder einem geschwächten Immunsystem kann ein Nagelpilz auch eine bakterielle Infektion der angrenzenden Haut begünstigen. Zudem kann sich der Nagel verdicken. Dies kann zu Problemen beim Gehen führen.

Diagnose

Eine Pilzinfektion lässt sich nicht immer leicht von anderen Krankheiten der Nägel unterscheiden. So kann sich zum Beispiel Schuppenflechte auch an den Nägeln zeigen und dort wie ein Pilz aussehen. Ärztinnen und Ärzte können einem Verdacht auf Nagelpilz nachgehen, indem sie etwas vom Nagel abschaben. Diese Probe kann mithilfe eines speziellen Farbstoffs gefärbt unter dem Mikroskop auf Pilzsporen untersucht werden. Um den genauen Erregertyp festzustellen, ist es aber erforderlich, mit der Gewebeprobe eine Pilzkultur anzulegen. Dies dauert etwa drei Wochen. Seltener kommen auch andere Tests infrage, etwa eine genauere Untersuchung des Nagelgewebes im Labor.

Vorbeugung

Man geht davon aus, dass sich Nagelpilz oft als Folge von Fußpilz entwickelt. Fußpilz vorzubeugen, könnte daher auch vor Nagelpilz schützen. Da Pilze vor allem in feuchter Umgebung wachsen, lohnt es sich, auf trockene Füße zu achten. Das bedeutet, dass man zum Beispiel

  • die Füße nach dem Duschen, Baden oder Schwimmen gut abtrocknet und zusätzlich am besten trocken föhnt,
  • nicht zu enge, möglichst luftige Schuhe trägt,
  • das gleiche Paar Schuhe nicht zwei Tage in Folge trägt,
  • so oft wie möglich seine Schuhe auszieht,
  • in Schwimmbädern, Gemeinschaftsduschen und Umkleidekabinen Badeschlappen trägt und
  • Schuhe, Handtücher und Socken nicht mit anderen teilt.

Verletzungen der Nägel können Nagelpilz begünstigen. Nicht zu enge, gut sitzende Schuhe und Socken helfen zum Beispiel, die Zehennägel vor anhaltender Druckbelastung bei längerem Gehen, Wandern oder Joggen zu schützen.

Um eine erneute Ansteckung durch Pilzsporen zu vermeiden, wird empfohlen, Socken, Bettwäsche und Handtücher bei mindestens 60 Grad zu waschen. Zudem gibt es spezielle Waschzusätze wie Hygienespüler, die bereits bei niedrigeren Temperaturen Pilzsporen in der Wäsche abtöten.

Wie wirksam diese Empfehlungen zur Vorbeugung sind, wurde bislang aber nicht in guten Studien überprüft.

Behandlung

Viele Menschen wollen ihren Nagelpilz behandeln, weil ihnen das Aussehen des Nagels unangenehm ist. Eine Behandlung kann zudem einer Verdickung des Nagels und einer Ausbreitung der Infektion vorbeugen.

Nagelpilz kann äußerlich mit farblosen Lacken behandelt werden, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind. Sie enthalten in der Regel einen der Wirkstoffe Amorolfin oder Ciclopirox. Diese Mittel hemmen das Wachstum des Pilzes oder töten ihn ab. Sie müssen regelmäßig und teilweise über ein Jahr angewendet werden. Neben Lacken gibt es auch Behandlungs-Sets, bei denen der infizierte Teil des Nagels über zwei Wochen zunächst mithilfe einer harnstoffhaltigen Creme aufgeweicht und dann mit einem Spatel abgetragen wird. Die darunterliegende Haut wird anschließend noch für einige Wochen mit einer Creme behandelt, die den Wirkstoff Bifonazol enthält.

Äußerliche Behandlungen sind wenig wirksam. Meist ist eine Behandlung mit Tabletten nötig, um Nagelpilz loszuwerden. Sie enthalten in der Regel den Wirkstoff Itraconazol oder Terbinafin. Welches Medikament infrage kommt, hängt unter anderem davon ab, um welche Art von Pilz es sich handelt. Zur Behandlung von Infektionen der Fußnägel müssen die Tabletten in der Regel mindestens drei Monate eingenommen werden. Bei einem Nagelpilz an der Hand kann eine sechswöchige Behandlung ausreichen. Die Tabletten können Nebenwirkungen haben wie Magen-Darm-Beschwerden. Außerdem besteht ein Risiko für Leberschäden. Dies ist jedoch sehr gering.

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Schlagwörter: B35.1, B35.3, Haut und Haare, Immunsystem und Infektionen, Nagelpilz, Onychomykose, Pilzinfektion, Tinea unguium