Es ist irgendwie so, als wenn einem der Kopf platzt

Foto von zwei Jungen an einem Teich (novales5 / iStock / Thinkstock) Tim, 13 Jahre

„Die Schmerzen sind überall im Kopf, manchmal pochen sie. Sie sind auf einmal da, gehen wieder weg und dann kommen sie wieder. Manchmal geht das so im Minutentakt.“

Etwa vor eineinhalb Jahren hat die Migräne bei mir angefangen. Am Anfang hatte ich es ziemlich oft, etwa dreimal im Monat. Jetzt habe ich es eher selten, etwa einmal alle zwei Monate. Aber es kommt leider immer noch vor.

Bei mir beginnt es damit, dass ich nervös werde, auch ein bisschen schwitze und manchmal wird mir schlecht. Ab und zu muss ich mich auch übergeben. Etwa nach einer Viertelstunde bekomme ich dann Kopfschmerzen. Wenn es in der Schule richtig schlimm wird, dann rufen die Lehrer meine Eltern an und die kommen mich dann abholen. Das ist kein Problem und die Lehrer haben Verständnis. Es ist aber schon blöd, wenn ich in der Schule fehle. Ich muss den ganzen Stoff ja nachholen.

Es ist sehr unangenehm, wenn ich ins Licht schaue. Es ist irgendwie so, als wenn einem der Kopf platzt. Zu Hause gehe ich dann in mein Zimmer, lege mich hin, mache die Rollos zu und versuche, mich zu entspannen. Das Zimmer muss dunkel sein, denn mir tun die Augen bei grellem Licht sehr weh. Manchmal mache ich auch ein Hörspiel an, aber dann etwas leiser. Auch eine wärmende Gelmaske auf dem Gesicht tut mir dann manchmal gut.

Wenn das nicht hilft, nehme ich eine Schmerztablette. Dann gehen die Schmerzen meistens weg. Mit den Tabletten, das haben wir einfach mal ausprobiert und das ging gleich auf Anhieb. Es dauert zwar ein bisschen, bis es wirkt, aber das Wichtigste für mich ist, dass es wirkt.

Der Schmerz kommt und geht im Minutentakt

Die Schmerzen sind überall im Kopf, manchmal pochen sie. Sie sind auf einmal da, gehen wieder weg und dann kommen sie wieder. Manchmal geht das so im Minutentakt. Ohne Tabletten geht es vielleicht eine Stunde, oft auch länger. Meistens nehme ich aber schnell die Medikamente, damit es nicht ganz so schlimm wird und nicht so lange dauert.

Was die Migräne bei mir auslöst, kann ich gar nicht richtig sagen. Ich weiß, wenn ich Stress habe, dann bekomme ich sie manchmal. Meine Eltern und die Lehrer sagen aber auch, dass sie den Eindruck haben, dass es vom Wetter abhängig ist.

Meine Eltern waren damals schon ein bisschen erschrocken, als ich die ersten Male so Kopfschmerzen hatte. Und dass sie so stark waren, dass ich gar nichts mehr machen konnte. Wir waren beim Hausarzt deswegen und beim Augenarzt, da mir die Augen immer so wehtaten. Dass es Migräne sein könnte, ahnten meine Eltern schon. Denn ein Onkel von mir hat auch Migräne.

Meinen Freunden ist das mit der Migräne so ziemlich egal. Die wissen, dass ich ab und zu mal Kopfschmerzen habe. Aber wie schlimm das für mich ist, wissen sie eigentlich nicht. Ich erzähl da nicht so gerne davon, besonders dann nicht, wenn ich das Gefühl habe, die anderen langweilen sich.

Danksagung

Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

 

 

Schlagwörter: G43, Kopf und Nerven, Kopfschmerzen, Migräne, R51