Einleitung

Der neue Wirkstoff Mepolizumab (Handelsname Nucala) ist seit Dezember 2015 für Erwachsene mit schwerem Asthma zugelassen.

Bei Menschen mit Asthma neigt das Immunsystem dauerhaft zu einer übersteigerten Abwehrreaktion. Wenn die Schleimhäute der Bronchien Kontakt zu bestimmten Reizen haben, kann sich die Muskulatur der Atemwege verkrampfen. Beschwerden sind Anfälle mit „pfeifendem“ Atem, Husten und Atemnot.

Der neue Wirkstoff ist für Personen mit sogenanntem schwerem refraktärem eosinophilem Asthma als Zusatzbehandlung zugelassen. Eosinophile Granulozyten sind Zellen des körpereigenen Immunsystems. Bei dieser Form des Asthmas ist ihre Zahl im Blut der Patientinnen und Patienten erhöht. Refraktäres eosinophiles Asthma ist eine schwere Form von Asthma, bei dem die Patientinnen und Patienten trotz Behandlung ein hohes Risiko für einen Asthma-Anfall haben, der häufig im Krankenhaus behandelt werden muss.

Mepolizumab ist ein Antikörper gegen ein Hormon der Immunabwehr. Er soll die Zahl der eosinophilen Granulozyten verringern und so die Abwehrreaktion in den Bronchien abschwächen.

Anwendung

Mepolizumab wird in einer Dosierung von 100 mg alle vier Wochen in den Oberarm, Oberschenkel oder in den Bauch unter die Haut gespritzt.

Andere Behandlungen

Als Standardtherapien für Personen mit refraktärem eosinophilem Asthma kommen folgende infrage:

  • mittel- bis hochdosierte inhalative Kortikosteroide und langwirksame Bronchodilatatoren, gegebenenfalls mit oralen Kortikosteroiden in der niedrigst wirksamen Dosierung, oder
  • der Wirkstoff Tiotropium, oder
  • für Patienten mit bestimmten Formen des schweren allergischen Asthmas Omalizumab in Kombination mit hochdosierten inhalativen Kortikosteroiden und langwirksamen Bronchodilatatoren, gegebenenfalls zusätzlich eine orale Kortikosteroidtherapie.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2016 geprüft, welche Vor- und Nachteile Mepolizumab für Personen mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma im Vergleich zu den bisherigen Standardtherapien hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den .