Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre

Foto von Frau mit Schmerzen im Oberbauch (PantherMedia / imagepointfr) Geschwüre im Magen und Zwölffingerdarm sind meist die Folge einer Helicobacter-pylori-Infektion. Aber auch die regelmäßige Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel kann solche Geschwüre verursachen. Sie machen sich vor allem durch Schmerzen im Oberbauch bemerkbar. Meist reicht eine medikamentöse Behandlung.

Wenn die Magenschleimhaut die Wände des Magens nicht mehr ausreichend vor Magensäure und Keimen schützt, kann es zu Entzündungen und Verletzungen kommen. Als Folge kann sich auch ein Geschwür (Ulkus) entwickeln, eine Wunde in der Magenwand. Das Risiko, ein Magengeschwür zu bekommen, steigt mit dem Alter an. Typische Beschwerden sind:

  • Schmerzen im Oberbauch
  • Völlegefühl oder Übelkeit

Geschwüre können aber auch über lange Zeit symptomlos bleiben und werden dann erst bemerkt, wenn es zu Komplikationen kommt.

Wie entsteht ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür?

Die meisten Geschwüre lassen sich auf zwei Ursachen zurückführen. Zum einen können sie Folge einer Infektion mit Helicobacter sein. Helicobacter-Keime können sich in der Schleimhaut ausbreiten und eine Entzündung auslösen. Die Entzündung schädigt die Schleimhaut des Magens oder Zwölffingerdarms und verstärkt die Säurebildung im Magen. Das kann auf Dauer dazu führen, dass die Schleimhaut ihre Schutzfunktion verliert.

Die andere häufige Ursache von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren ist die meist längerfristige Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel, den nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR). Zu den NSAR gehören zum Beispiel Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen. Sie hemmen die Bildung des Gewebehormons Prostaglandin, das die Bildung von Magenschleim und von Stoffen, die die Magensäure neutralisieren, reguliert. Bei einem Prostaglandin-Mangel ist die Magenschleimhaut anfälliger für Schädigungen durch Magensäure und Krankheitserreger. Werden Schmerzmittel zusammen mit Kortison eingenommen, kann dies die magenschädigende Wirkung verstärken.

Welche Komplikationen können auftreten?

Ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür kann zu ernsthaften Komplikationen führen. Die häufigsten Komplikationen sind Blutungen. Daher ist es wichtig, folgende Symptome rasch ärztlich abklären zu lassen:

  • schwarz gefärbter Stuhl
  • erbrochenes Blut (rot oder schwarz gefärbtes Erbrochenes)
  • Anzeichen einer Blutarmut wie Abgeschlagenheit, Luftnot bei körperlichen Anstrengungen oder Blässe

Selten kann ein Geschwür zu einem Durchbruch der Magenwand führen (Magenperforation). Diese Komplikation macht sich durch plötzlich auftretende, sehr starke Bauchschmerzen bemerkbar und ist lebensbedrohlich. Bei Verdacht auf einen Magendurchbruch sollte daher sofort der Notruf 112 gewählt werden.

Wie werden Geschwüre festgestellt und behandelt?

Normalerweise wird bei Verdacht auf ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür eine Magenspiegelung gemacht. Bei der Spiegelung kann eine Gewebeprobe entnommen werden, die dann auf Helicobacter, Zeichen einer Entzündung oder auch auf Gewebsveränderungen wie Krebs untersucht wird.

Bei Magengeschwüren werden meistens sogenannte Protonenpumpenhemmer wie beispielsweise Omeprazol oder Pantoprazol eingesetzt. Protonenpumpenhemmer reduzieren die Bildung von Magensäure. Die Medikamente nimmt man über 4 bis 8 Wochen ein.

Wie wird bei einer Helicobacter-Infektion behandelt?

Ist eine Infektion mit Helicobacter die Ursache, wird in der Regel eine Kombination aus drei Medikamenten eingesetzt:

  • einem Protonenpumpenhemmer (PPI)
  • einem Antibiotikum mit dem Wirkstoff Clarithromycin und
  • einem weiteren Antibiotikum mit dem Wirkstoff Metronidazol oder Amoxicillin.

Auch eine Vierfachtherapie mit allen drei Antibiotika und einem Protonenpumpenhemmer ist gegen Helicobacter möglich. Bei einer Drei- oder Vierfachtherapie werden die Wirkstoffe gleichzeitig über 7 bis 10 Tage eingenommen. Sind danach noch Beschwerden spürbar, kann die Behandlung mit dem Protonenpumpenhemmer fortgesetzt werden.

Ist die Helicobacter-Behandlung abgeschlossen, wird frühestens nach vier Wochen kontrolliert, ob die Therapie erfolgreich war. Meist wird ein spezieller Atemtest gemacht, mit dem geprüft werden kann, ob noch Helicobacter-Bakterien im Magen sind. War die Behandlung nicht erfolgreich, kann sie mit einer anderen Antibiotikakombination und einem Protonenpumpenhemmer wiederholt werden.

Wie kann man einem Geschwür vorbeugen?

Ob die Ernährungsweise, Rauchen oder anhaltender Stress zur Entstehung eines Geschwürs beitragen kann, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt. Dennoch kann es hilfreich sein, darauf zu achten, ob zum Beispiel fettige oder scharfe Speisen Magenbeschwerden auslösen – oder ob es in Stressphasen immer wieder zu Magenproblemen kommt.

Wer bei sich Auslöser für Magenbeschwerden beobachtet, kann versuchen, sie zu meiden. Dies gilt zum Beispiel für Alkohol oder Zigaretten. Zudem kann es einen Versuch wert sein, die Ernährung anzupassen und für mehr Entspannung und Ausgleich im Alltag zu sorgen.

Wer längere Zeit entzündungshemmende Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen einnimmt, bespricht am besten mit seiner Ärztin oder seinem Arzt, ob zusätzlich säurehemmende Medikamente sinnvoll sind.

Was Studien sagen

Schlagwörter: Darmgeschwür, Gastritis, K25, K26, K29, K31, Magengeschwür, Magenschleimhautentzündung, Verdauung und Stoffwechsel, Zwölffingerdarmgeschwür