Einleitung

Der Wirkstoff Lisdexamfetamindimesilat (kürzer auch Lisdexamfetamin, Handelsname Elvanse) ist in Deutschland seit März 2013 für Kinder ab sechs Jahren mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) zugelassen. Er kommt infrage, wenn eine vorangegangene Therapie mit dem Wirkstoff Methylphenidat nicht erfolgreich war.

Kinder mit einer ADHS sind zu Hause, in der Schule und bei Freunden auffällig unkonzentriert, unruhig und in vielen Situationen sehr ungeduldig und impulsiv. Die Diagnose, ob ein Kind eine ADHS aufweist, ist oft nicht leicht. Voraussetzung ist unter anderem, dass das Verhalten des Kindes über einen Zeitraum von einigen Monaten auffällig ist.

Maßnahmen zur Behandlung umfassen in der Regel eine Kombination aus psychologischen, pädagogischen und sozialen Maßnahmen. Ergänzend dazu soll Lisdexamfetamin helfen, die Symptome des ADHS zu verringern.

Anwendung

Lisdexamfetamin wird als Teil einer breiten Behandlungsstrategie einmal täglich morgens als Kapsel eingenommen. Den Wirkstoff gibt es in einer Dosierung von 30, 50 oder 70 mg. In der Regel wird mit einer Dosis von 30 mg begonnen. Bei Bedarf kann sie in wöchentlichen Abständen erhöht werden, darf aber 70 mg pro Tag nicht überschreiten.

Die Behandlung muss in den Händen eines Fachspezialisten für Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen liegen. Verbessern sich die Symptome auch nach Steigerung der Dosis nicht nach einem Monat, soll der Wirkstoff nicht weiter eingenommen werden.

Andere Behandlungen

Für Kinder mit ADHS kommt als weiteres Medikament der Wirkstoff Atomoxetin infrage. Medikamente sind dabei Teil einer breiten Behandlungsstrategie.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat im September 2013 bewertet, wie Lisdexamfetamin im Vergleich zum Wirkstoff Atomoxetin abschneidet. Beide Wirkstoffe sind dabei Teil einer breiten Behandlungsstrategie.

Welche Fragen bleiben offen?

Welche Vor- oder Nachteile Lisdexamfetamin im Vergleich zu Atomoxetin hat, ist unklar, da der Hersteller keine geeigneten Daten vorlegte.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den

Die nächste Prüfung auf Aktualität findet im Rahmen der Aktualisierung des Themas Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) statt.