Sprunggelenkbruch: Was hilft, wieder auf die Beine zu kommen?

Foto von physiotherapeutischer Behandlung eines Fußes (PantherMedia / Wavebreakmedia ltd) Nach der Operation eines Sprunggelenkbruchs kann es kurzfristig Vorteile haben, eine abnehmbare Bandage oder Schiene zu tragen und bereits nach einigen Tagen vorsichtig mit Bewegungsübungen oder Physiotherapie zu beginnen. Zu frühe Bewegung kann aber auch zu Problemen bei der Wundheilung führen.

Wenn man mit dem Fuß umknickt, bricht manchmal das obere Sprunggelenk. Dies ist eine ernsthaftere Verletzung, bei der auch das Schienbein und / oder das Wadenbein betroffen sind. Oft sind dann auch die Bänder gerissen und der Knorpel beschädigt. Fuß und Knöchel werden dick, tun weh und man kann nicht mehr auftreten. Es dauert mehrere Tage oder Wochen, bis die Schwellung abgeklungen ist. Bis sich das Sprunggelenk vollständig von dem Bruch erholt hat, können Monate vergehen.

Studien zur Wirkung von Methoden zur Nachbehandlung

Wissenschaftlerinnen des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration sind der Frage nachgegangen, welche Formen der Nachbehandlung die Heilung nach einem Sprunggelenkbruch am besten unterstützen. Wann ist beispielsweise der beste Zeitpunkt, um mit Bewegung und Belastung zu beginnen? Welche Übungen eignen sich am besten? Könnten Behandlungen wie etwa eine Elektrotherapie oder Hypnose helfen?

Die Wissenschaftlerinnen suchten nach randomisierten kontrollierten Studien, um herauszufinden, durch welche Maßnahmen das Sprunggelenk wieder schneller beweglich wird, und wie sie im Vergleich zu anderen abschneiden. Die Cochrane-Forscherinnen schlossen insgesamt 38 Studien in ihre Bewertung ein. Die Studien hatten aber teilweise nur wenige Teilnehmerinnen und Teilnehmer und waren zudem nicht gut gemacht. Daher ist ihre Aussagekraft beschränkt. Die Teilnehmenden waren erwachsene Männer und Frauen aller Altersgruppen. Die einzelnen Studien prüften die Vor- und Nachteile von

  • Maßnahmen während der Ruhigstellung (Immobilisationsphase): Bei der Auswertung dieser Studien unterschieden die Forscherinnen, ob der Knöchel vor der Ruhigstellung operiert wurde oder nicht. Untersucht wurden Methoden wie das Tragen verschiedener Schienen und Hypnosetherapie.
  • Maßnahmen im Anschluss an die Ruhigstellung: Diese Studien prüften Maßnahmen wie Physiotherapie, Stretching oder Elektrotherapie. Die Methoden wurden erst eingesetzt, nachdem Schiene, Bandage oder Gipsverband entfernt worden waren. An den Studien nahmen operierte und nicht operierte Menschen teil.

Maßnahmen während der Ruhigstellung

Bei konservativer Behandlung

Drei Studien gingen der Frage nach, welche Methoden am besten helfen, wenn nicht operiert wurde (konservative Behandlung). In zwei Studien wurden die Vor- und Nachteile des Tragens zweier verschiedener Schienen miteinander verglichen. Die dritte Studie verglich den Einsatz von Hypnosetherapie mit Physiotherapie. Physiotherapie (Krankengymnastik) ist bei einem Sprunggelenkbruch die Standardtherapie. Die Studienergebnisse zeigten keine eindeutigen Unterschiede zwischen den verschiedenen Maßnahmen.

Nach einer Operation

30 Studien untersuchten verschiedene Methoden nach einer Operation wie das Tragen einer Bandage oder Schiene, zum Teil kombiniert mit Bewegungsübungen oder einer Elektrotherapie. Da viele Studien sehr klein waren und zum Teil unterschiedliche Behandlungen verglichen, lassen sich nur bei einigen die Vor- und Nachteile beurteilen.

Zehn dieser Studien prüften die Wirkung von frühzeitigen Bewegungsübungen. Sie geben Hinweise, dass das Sprunggelenk etwas früher wieder beweglich wird, wenn Menschen nach der Operation eine abnehmbare Bandage oder Schiene tragen und früh mit Bewegungsübungen beginnen. Durch die frühzeitige Bewegung verringerte sich auch das Thromboserisiko. In einigen Studien konnten die Teilnehmenden mit abnehmbarer Bandage oder Schiene zudem ihre alltäglichen Aktivitäten früher wieder aufnehmen als die Teilnehmenden mit fester Schiene, die später mit Bewegungsübungen begannen. Allerdings waren am Ende beide Teilnehmergruppen vergleichbar aktiv und beweglich.

Die frühzeitige Bewegung nach einer Operation führte jedoch auch zu kleinen Problemen, meist bei der Wundheilung:

  • Ohne frühe Physiotherapie betraf dies ungefähr 7 von 100 Teilnehmenden, die ihren Knöchel erst später bewegten.
  • Mit früher Physiotherapie berichteten etwa 16 von 100 Teilnehmenden, die bereits nach ein paar Tagen mit leichten Bewegungsübungen begannen, von Problemen.

Dies bedeutet, dass geschätzt etwa 9 von 100 Teilnehmenden durch die frühe Bewegung Probleme bekamen. Ernste unerwünschte Wirkungen wie ein erneuter Bruch des Knöchels waren jedoch selten.

Maßnahmen im Anschluss an die Ruhigstellung

Fünf Studien untersuchten, ob eine besonders intensive Physiotherapie in Kombination mit Dehnübungen, Elektrotherapie oder Bewegungsübungen im Vergleich zu der üblichen Physiotherapie einen Vorteil hat. Keine dieser Methoden führte dazu, dass das Gelenk beweglicher wurde als durch die übliche Physiotherapie. An diesen Studien nahmen sowohl operierte als auch nicht operierte Menschen teil.

Schlagwörter: Fußgelenkbruch, Knöchelbruch, Muskeln, Knochen und Gelenke, S82, S93, Sprunggelenkbruch