Einleitung

Ixekizumab (Handelsname Taltz) ist seit Oktober 2016 zur systemischen Therapie für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen. Seit Januar 2018 kann Ixekizumab auch bei Personen mit Psoriasis-Arthritis eingesetzt werden, bei denen eine Therapie mit klassischen antirheumatischen Arzneimitteln oder Biologika nicht ausreichend geholfen hat oder die diese nicht vertragen.

Psoriasis ist eine entzündliche, nicht ansteckende Hautkrankheit. Sie macht sich meist durch scharf abgegrenzte rote Flecken (medizinisch „Plaques“ genannt), eine schuppige Haut und häufig auch Juckreiz bemerkbar. Eine Schuppenflechte verläuft in Schüben: Das Hautbild kann sich spontan verbessern, aber auch plötzlich schlechter werden. Sie ist eine chronische Erkrankung und bisher nicht heilbar.

Die häufigste Form der Psoriasis ist die Plaque-Psoriasis oder Psoriasis vulgaris, die etwa 85 Prozent aller Erkrankungen ausmacht. Seltener ist die Psoriasis-Arthritis (Arthritis psoriatica), bei der sich verschiedene Gelenke entzünden, anschwellen und schmerzen.

Eine Plaque-Psoriasis wird gewöhnlich äußerlich behandelt, beispielsweise mit Cremes oder Salben. Bei schweren Verläufen kommt eine Phototherapie infrage. Außerdem gibt es Arzneimittel zum Einnehmen oder Spritzen, die auf verschiedene Weise den Entzündungsprozess verlangsamen oder stoppen sollen. Diese Form der Behandlung nennt man systemische Therapie.

Zur Basistherapie einer Psoriasis-Arthritis gehören sogenannte klassische krankheitsmodifizierende Wirkstoffe wie Methotrexat oder Leflunomid. Wenn diese nicht mehr ausreichend helfen, kann die Basistherapie auf biologisch hergestellte Wirkstoffe (Biologika) umgestellt werden. Zu ihnen zählen Wirkstoffe wie Etanercept, Golimumab, Adalimumab oder Infliximab.

Ixekizumab soll die Entzündungsreaktion verringern, indem es einen Eiweißstoff hemmt und so die Ausschüttung verschiedener entzündungsfördernder Botenstoffe verringert.

Anwendung

Ixekizumab gibt es als Fertigpen in einer Dosierung von 80 mg.

Bei einer mittelschweren oder schweren Plaque-Psoriasis wird der Wirkstoff in der ersten Woche einmalig in einer Dosierung von 160 mg unter die Haut gespritzt. In den darauffolgenden 12 Wochen wird Ixekizumab jede zweite Woche in einer Dosierung von 80 mg angewendet. Danach kommt der Wirkstoff einmal monatlich (80 mg) zum Einsatz.

Bei einer Psoriasis-Arthritis wird Ixekizumab nach der ersten Anwendung (160 mg) einmal monatlich in einer Dosierung von 80 mg gespritzt.

Treten beide Erkrankungen gleichzeitig auf, kommt Ixekizumab wie bei der Plaque-Psoriasis zum Einsatz.

Patientinnen und Patienten können sich nach ärztlicher Einweisung auch selbst spritzen. Der Erfolg der Behandlung sollte regelmäßig überprüft werden. Zeigt sich nach 16 bis 20 Wochen keine Besserung, wird in der Regel empfohlen, die Therapie zu beenden.

Andere Behandlungen

Für Personen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, bei denen eine systemische Therapie infrage kommt, stehen außer einer Phototherapie die Wirkstoffe Fumarsäureester, Ciclosporin oder Methotrexat zur Verfügung.

Wenn diese Therapien erfolglos waren oder nicht geeignet sind, kommt eine Behandlung mit Biologika wie Adalimumab oder Infliximab oder dem Wirkstoff Ustekinumab infrage.

Für Personen mit aktiver Psoriasis-Arthritis kommen folgende Therapien infrage:

  • Für Personen, bei denen sich die Krankheit vermutlich nur langsam verschlechtert und wenn eine vorherige Behandlung mit einem einzelnen klassischen Basismedikament nicht ausreichend wirkte oder nicht vertragen wurde, ist der Wechsel auf ein anderes klassisches Basismedikament wie Methotrexat oder Leflunomid oder eine Kombination beider Wirkstoffe möglich.
  • Für Personen, bei denen die klassischen Wirkstoffe nicht ausreichend geholfen haben, kommt ein Biologikum in Kombination mit Methotrexat infrage. Wird Methotrexat nicht vertragen, kann das Biologikum auch als Einzeltherapie angewendet werden.
  • Für Personen mit Psoriasis-Arthritis kommt ein Wechsel zu einem anderen Wirkstoff aus der Klasse der Biologika in Kombination mit Methotrexat infrage, wenn eine Einzel- oder Kombinationstherapie mit Biologika nicht ausreichend geholfen hat oder nicht vertragen wurde. Auch in diesem Fall kann bei Unverträglichkeit von Methotrexat das Biologikum als Einzeltherapie angewendet werden.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2018 geprüft, ob Ixekizumab Vor- und Nachteile im Vergleich zu den bewährten Standardtherapien hat.

Für folgende Gruppen legte der Hersteller verwertbare Daten vor:

  • Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, für die eine systemische Therapie keinen ausreichenden Erfolg hatte oder nicht infrage kommt.
  • Erwachsene mit einer mittelschweren bis schweren Plaque-Psoriasis, für die eine systemische Therapie infrage kommt.
  • Erwachsene mit aktiver Psoriasis-Arthritis, bei denen eine vorherige Behandlung mit klassischen Basismedikamenten nicht mehr ausreichte und für die eine Therapie mit Biologika infrage kommt.

Mehr Wissen

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Ixekizumab (Taltz) bei und .