Einleitung

Idelalisib (Handelsname Zydelig) ist seit September 2014 für Personen mit einem follikulären Lymphom oder einer chronisch lymphatischen Leukämie zugelassen:

  • als Folgebehandlung für Erwachsene mit follikulärem Lymphom, bei denen zwei vorherige Therapien nicht geholfen haben.
  • als Folgebehandlung für Erwachsene mit chronisch lymphatischer Leukämie, bei denen die Erkrankung bereits erfolglos behandelt wurde.
  • als Erstbehandlung für Erwachsene mit chronisch lymphatischer Leukämie und bestimmten genetischen Merkmalen (eine 17p-Deletion oder eine TP53-Mutation), für die eine Chemoimmuntherapie ungeeignet ist. Bei einer 17p-Deletion fehlt ein bestimmter Genabschnitt, bei einer TP53-Mutation ist ein bestimmtes Gen defekt.

Bei der Behandlung des follikulären Lymphoms ist Idelalisib als Monotherapie zugelassen. Bei der Behandlung einer chronisch lymphatischen Leukämie wird der Wirkstoff mit Rituximab kombiniert. Rituximab ist ein Antikörper, der das Immunsystem beeinflusst und in der Krebstherapie eingesetzt wird.

Als Non-Hodgkin-Lymphome werden eine ganze Gruppe von Krebserkrankungen des Lymphsystems bezeichnet, bei denen in der Regel weiße Blutkörperchen (Lymphozyten) oder deren Vorstufen krankhaft verändert sind und sich unkontrolliert vermehren. Die veränderten Lymphozyten können sich über die Lymphgefäße im Körper ausbreiten. Im fortgeschrittenen Stadium kann der Krebs auch Organe wie beispielsweise Leber, Milz oder das Knochenmark befallen.

Je nach Art der veränderten Lymphozyten spricht man von Non-Hodgkin-B-Zell- oder Non-Hodgkin-T-Zell-Lymphomen.

Das follikuläre Lymphom ist ein häufiges Non-Hodgkin-B-Zell-Lymphom. Das Wort follikulär bezeichnet den Ort in den Lymphknoten, in denen die B-Lymphozyten aus Vorläuferzellen entstehen.

Die chronische lymphatische Leukämie ordnet man gewöhnlich ebenfalls den Non-Hodgkin-B-Zell-Lymphomen zu. Bei ihr haben die B-Lymphozyten ihre Eigenschaft als Abwehrkräfte verloren und breiten sich im Blut, Knochenmark und Lymphsystem aus.

Idelalisib ist ein Wirkstoff, der gezielt in das Tumorgeschehen eingreift und das weitere Wachstum der Krebszellen hemmen soll.

Anwendung

Der Wirkstoff wird zweimal täglich als Tablette (150 Milligramm) eingenommen.

Andere Behandlungen

Bei Personen mit follikulärem Lymphom, bei denen zwei vorherige Therapien nicht geholfen haben, steht eine bestmögliche unterstützende Behandlung zur Verfügung. Eine solche Behandlung soll auf die individuellen Bedürfnisse eines Patienten abgestimmt sein. Außerdem soll sie zum Beispiel im Zusammenhang mit der Erkrankung auftretende Beschwerden wie Blutarmut oder Beschwerden wie Appetitlosigkeit lindern und die Lebensqualität verbessern.

Bei Personen mit chronisch lymphatischer Leukämie kommen je nach Krankheitsverlauf und Ausprägung der Erkrankung verschiedene Therapiemöglichkeiten infrage. Hierzu zählen eine Chemotherapie in Kombination mit Rituximab oder eine individuelle unterstützende Behandlung.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2014 geprüft, welche Vor- und Nachteile Idelalisib für Personen mit follikulärem Lymphom oder chronisch lymphatischer Leukämie im Vergleich zu den bisherigen Standardtherapien hat.

Um diese Fragen zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor. Ob Idelalisib hier Vor- oder Nachteile hat, lässt sich deshalb nicht beurteilen.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den .