Einleitung

Der Wirkstoff Ibrutinib (Handelsname Imbruvica) ist seit Juli 2015 für Erwachsene mit Morbus Waldenström zugelassen.

Morbus Waldenström ist eine sehr seltene bösartige Erkrankung, bei der sich B-Zellen im Blut unkontrolliert vermehren. Die krankhaft veränderten Zellen des Immunsystems produzieren zudem eine große Menge Antikörper.

Bei Personen mit Morbus Waldenström finden sich mit der Zeit immer mehr B-Zellen im Blut. Meist fällt die Erkrankung erst auf, wenn der Körper nicht mehr genügend rote Blutkörperchen und Blutplättchen herstellen kann. Erste Beschwerden können Gewichtsverlust, Nachtschweiß oder starke Müdigkeit sein. Im weiteren Verlauf können Milz, die Lymphknoten oder auch das Knochenmark geschädigt werden. Der Körper stellt auch weniger gesunde Abwehrzellen her. Der Mangel kann das Immunsystem so sehr schwächen, dass die Krankheit lebensbedrohlich wird.

Ibrutinib soll die Zunahme der B-Zellen stoppen und so das Voranschreiten eines Morbus Waldenström verhindern. Der Wirkstoff kommt für Erwachsene infrage, bei denen vorige Therapien erfolglos waren oder die für eine Chemotherapie nicht geeignet sind.

Anwendung

Ibrutinib ist als Kapsel in einer Dosierung von 140 mg verfügbar. Es werden einmal täglich drei Kapseln (insgesamt 420 mg,) eingenommen. Der Wirkstoff sollte abgesetzt werden, wenn er nicht mehr vertragen wird oder die Krankheit voranschreitet.

Andere Behandlungen

Für Patientinnen und Patienten mit Morbus Waldenström kommt als Standardtherapie eine optimierte individuelle Therapie infrage. Diese hängt unter anderem davon ab, ob es sich um eine Erstbehandlung handelt oder welche Behandlungen bereits versucht wurden. Sie wird durch die Ärztin oder den Arzt individuell angepasst.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2016 geprüft, welche Vor- und Nachteile Ibrutinib bei Personen mit Morbus Waldenström im Vergleich zu bewährten Standardtherapien hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den .