Ibrutinib (Imbruvica) als Kombinationstherapie für vorbehandelte Personen mit CLL, für die eine weitere Chemotherapie infrage kommt

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2016 geprüft, welche Vor- und Nachteile Ibrutinib (Handelsname Imbruvica) für vorbehandelte Personen mit einer chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) hat, für die eine weitere Chemotherapie infrage kommt. Für diese Fragestellung konnten die Daten von 106 Personen aus einer Studie ausgewertet werden. Für diese Patientinnen und Patienten stellte Bendamustin und Rituximab die individuelle optimierte Therapie dar. Die eine Hälfte der Personen wurde mit Ibrutinib und Bendamustin behandelt, die andere Hälfte erhielt ein Scheinmedikament und Bendamustin. Alle Teilnehmenden erhielten zusätzlich den Wirkstoff Rituximab. Die Patientinnen und Patienten waren alle bereits mit mindestens zwei Therapien vorbehandelt worden.

Für Patientinnen und Patienten mit nur einer Vorbehandlung sowie für Betroffene, für die andere Therapien als Bendamustin und Rituximab die individuelle optimierte Behandlung darstellen, legte der Hersteller keine Daten vor.

Folgende Ergebnisse gelten daher nur für die Untergruppe der mindestens zweifach vorbehandelten Personen, für die Bendamustin und Rituximab die individuelle optimierte Chemotherapie ist.

Welche Vorteile hat Ibrutinib?

  • Lebenserwartung: Die Studie liefert einen Hinweis, dass die Kombination Ibrutinib plus Bendamustin und Rituximab im Vergleich zu Bendamustin plus Rituximab das Leben verlängern kann. Wie groß der Vorteil ist, lässt sich jedoch nicht beurteilen.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Krankheitsbeschwerden und Gesundheitszustand: Es ließ sich kein Unterschied bei Beschwerden wie beispielsweise Erschöpfung, Übelkeit, Erbrechen oder Schmerzen zwischen den Therapien nachweisen.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität und Gesundheitszustand: Für diese Aspekte zeigte sich kein Unterschied zwischen den beiden Therapien.
  • Schwere Nebenwirkungen: Es ließ sich kein Unterschied nachweisen. Schwere Nebenwirkungen traten in beiden Gruppen bei etwa 90 von 100 Personen auf.

Welche Fragen sind noch offen?

  • Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen: Der Hersteller legte zu dieser Frage keine geeigneten Daten zur Auswertung vor.