Einleitung

Foto von Frau mit Heuschnupfen (PantherMedia / Edyta Guhl) Wenn im Frühjahr und Sommer alles grünt und blüht, haben viele Kinder und Erwachsene Heuschnupfen. Vor allem an trockenen, warmen Tagen können ihnen Niesen und Augenjucken zu schaffen machen. Viele Menschen mit Allergien und Asthma haben dann auch mehr Asthma-Anfälle als sonst.

Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion der oberen Atemwege auf Pflanzenpollen in der Luft. Solche Beschwerden werden auch allergischer Schnupfen oder allergische Rhinitis genannt.

Symptome

Menschen mit einem allergischen Schnupfen müssen häufig niesen, ihre Nase läuft oder ist verstopft. Bei starken Beschwerden fühlen sich viele zudem schlapp und müde. Wenn auch die Augen tränen und jucken und die Augenlider anschwellen, spricht man von einer allergischen Rhinokonjunktivitis – einem allergischen Schnupfen, der mit einer Bindehautentzündung einhergeht. Juckreiz und asthmatische Beschwerden wie Husten, pfeifende Atmung und Kurzatmigkeit können hinzukommen.

Die Beschwerden treten nur in den Zeiten des Pollenflugs auf. Meist sind sie deutlich stärker als bei einer Hausstauballergie, mit der Betroffene das ganze Jahr über zu tun haben.

Ursachen

Allergische Beschwerden entstehen, wenn der Körper auf bestimmte, normalerweise harmlose Substanzen wie Pollen überempfindlich reagiert. Das Immunsystem antwortet auf solche Substanzen (Allergene) mit einer Kettenreaktion: Zuerst bildet es Antikörper gegen das Allergen, die sich an bestimmte Zellen binden. Kommt es nun zu einem erneuten Kontakt mit dem Allergen, können diese Zellen chemische Stoffe wie Histamin freisetzen. Diese Stoffe lösen dann allergische Reaktionen aus wie Niesen oder Augenjucken.

Die folgende Tabelle zeigt, welche Pflanzen häufig Beschwerden auslösen und wann ihre Pollen in etwa fliegen:

 

Pflanze Pollenflug-Monate
Hasel Februar
Erle März
Birke April
Buche Mai
Eiche Mai
Esche Mitte April bis Mitte Mai
Gräser Mitte Mai bis Mitte August
Beifuß Mitte Juli bis Ende August
Ambrosia September

Risikofaktoren

Ein erhöhtes Risiko für Allergien wird manchmal vererbt. Umgebungsfaktoren wie Luftverschmutzung und Zigarettenrauch können Allergien begünstigen.

Man vermutet zudem, dass hohe Hygienestandards und das seltenere Auftreten bestimmter Infektionen im Kindesalter dazu beigetragen haben, dass Allergien heute so verbreitet sind. Denn dadurch ist das Abwehrsystem bei vielen Menschen weniger „trainiert“ als früher.

Häufigkeit und Verlauf

In Industrieländern wie Deutschland hat etwa jeder Vierte einen allergischen Schnupfen. Bei den meisten Menschen treten die Beschwerden erstmals vor dem zwanzigsten Lebensjahr auf.

Aus einem allergischen Schnupfen kann sich nach einigen Jahren ein allergisches Asthma entwickeln. Manchmal weitet sich eine allergische Reaktion zum Beispiel auf Pollen im Laufe der Zeit auch auf bestimmte Nahrungsmittel aus (sogenannte Kreuzallergie).

Starke Beschwerden können Folgeerkrankungen wie eine Nasennebenhöhlenentzündung begünstigen. Außerdem macht ein allergischer Schnupfen die Schleimhaut bei vielen Menschen überempfindlich. Dadurch können sie auch auf Reize wie Zigarettenrauch und trockene Heizungsluft stärker mit Schnupfenbeschwerden reagieren als andere Menschen.

Diagnose

Im ärztlichen Gespräch wird zunächst nach den Beschwerden, den Lebensumständen und der Krankengeschichte gefragt. Mithilfe eines Allergie-Tests (Prick-Test) kann die Ärztin oder der Arzt herausfinden, ob man auf bestimmte Stoffe allergisch reagiert. Dabei werden mögliche Allergene in einigem Abstand voneinander auf den Unterarm aufgetragen. Anschließend wird die Haut an diesen Stellen leicht eingeritzt, damit die Substanzen in die Haut gelangen. Wird die Haut an diesen Stellen rot und schwillt ähnlich wie bei einem großen Mückenstich an, weist dies auf eine Allergie gegen den dort aufgetragenen Stoff hin.

Zusätzlich kann eine Blutuntersuchung oder ein sogenannter nasaler Provokationstest notwendig sein. Bei einem Provokationstest werden Allergen-Extrakte mit einem Spray oder in Tropfenform auf die Nasenschleimhaut aufgetragen. Wenn die Schleimhaut anschwillt, man niesen muss und die Nase anfängt zu laufen, spricht dies für einen allergischen Schnupfen.

Vorbeugung

Vor Pollen kann man sich kaum schützen, außer durch Reisen in Gegenden, in denen gerade kein Pollenflug herrscht. Die Belastung lässt sich verringern, wenn man in den Zeiten starken Pollenflugs die Fenster geschlossen hält und vor dem Schlafengehen die Haare wäscht. Pollenflug-Vorhersagen und aktuelle Informationen finden sich zum Beispiel beim .

Behandlung

Zur Behandlung der Beschwerden stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung:

Daneben gibt es auch nicht medikamentöse Möglichkeiten wie salzhaltige Nasensprays und Nasenduschen.

Eine Methode, um langfristig unempfindlicher gegen die Allergene zu werden, ist eine Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie). Bei dieser Behandlung werden ähnlich wie bei einer Impfung regelmäßig niedrige Dosen des Allergens in die Haut gespritzt oder unter die Zunge gegeben. Eine spezifische Immuntherapie dauert etwa drei Jahre.

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Schlagwörter: Allergischer Schnupfen, Atemwege, Heuschnupfen, J30, J31, Pollenallergie, T78.4, Allergien