Helfen psychologische Verfahren und Patientenschulungen beim Umgang mit Rheuma?

Foto von Physiotherapeutin und Patientin (Hemera Technologies / Photos.com) Patientenschulungen, psychologische Verfahren und die kognitive Verhaltenstherapie können helfen, im Alltag besser mit Rheuma zurechtzukommen. Häufig werden verschiedene Maßnahmen kombiniert, wie Entspannungstechniken, Stressbewältigung und das Erlernen von Strategien zur Einteilung der Kräfte und Planung im Alltag.

Bei einer rheumatoiden Arthritis können bestimmte Gelenke langfristig oder dauerhaft entzündet sein. Dies kann zu Schmerzen, Schwellungen, Gelenksteifigkeit und Kraftlosigkeit führen. Hiervon sind zunächst oft die kleinen Gelenke an Händen, Fingern und Füßen betroffen. Es können sich aber auch die großen Gelenke entzünden, etwa die Knie-, Hüft- oder Schultergelenke.

Häufig schwächen die Entzündungen den Körper. Es kommt zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl, das mit Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Appetitverlust einhergehen kann. Eine rheumatoide Arthritis kann alltägliche Tätigkeiten erschweren und viele Lebensbereiche beeinträchtigen. Dies kann psychisch belastend sein, Ängste und depressive Verstimmungen auslösen. Manche Menschen fühlen sich zunehmend hilflos – oft sind sie wegen ihrer Beschwerden außerstande, alltägliche Aufgaben im Haushalt zu erledigen oder an sozialen Aktivitäten teilzunehmen.

Strategien zum Umgang mit der Erkrankung

Es gibt verschiedene psychologische und psychotherapeutische Verfahren, die Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Rheuma helfen sollen, mit Schmerzen und anderen Beschwerden zurechtzukommen. Dazu gehören insbesondere

In einer kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) lernen Menschen, gedankliche Muster und Verhaltensweisen zu erkennen, die den Umgang mit der Erkrankung erschweren können, um diese dann gezielt zu verändern. In einer KVT geht es auch um praktische Hilfen: Zum Beispiel wird geübt, wie man sich die Kraft einteilen und Ziele setzen kann, die sich trotz Erkrankung erreichen lassen. Verhaltenstherapeutische Behandlungen werden häufig mit anderen Methoden wie Entspannungstechniken kombiniert. Auch im Rahmen von Patientenschulungen werden oft verschiedene Methoden angeboten.

Studien zu psychologischer Unterstützung bei rheumatoider Arthritis

Eine Wissenschaftlergruppe der Universität Leiden in den Niederlanden suchte nach Studien, die den Nutzen der zuvor beschriebenen Maßnahmen untersucht haben. Sie wertete die Ergebnisse von insgesamt 27 Studien aus, an denen zusammen gut 1600 Menschen mit Rheuma teilgenommen hatten.

Betrachtet man alle Studien zusammen, zeigt sich, dass die untersuchten Verfahren Schmerzen etwas lindern konnten und die Teilnehmenden körperlich aktiver waren. Zudem hatten sie auch etwas weniger depressive Symptome. Auch nach mehreren Monaten hielten diese günstigen Wirkungen noch an. Die Forschungsarbeit einer anderen Wissenschaftlergruppe liefert Hinweise, dass die Behandlungen auch gegen Erschöpfung helfen können. Mögliche Nebenwirkungen der Unterstützungsmaßnahmen wurden nicht untersucht.

Gegen depressive Stimmungen scheinen besonders Methoden der sogenannten Selbstregulation zu helfen. Darunter fallen Strategien, bei denen Menschen lernen, eigenständig mit den Beschwerden und Gefühlen umzugehen, die eine Erkrankung hervorruft. Das heißt sie lernen, sich persönliche Ziele zu setzen, diese umzusetzen und zu überprüfen, wie erfolgreich die Umsetzung war.

Schlagwörter: Arthritis, Gelenkentzündung, Immunsystem und Infektionen, M06, M13, M20, Muskeln, Knochen und Gelenke, Rheumatoide Arthritis