Einleitung

Etelcalcetid (Handelsname Parsabiv) ist seit November 2016 für Erwachsene mit einer sekundären Überfunktion der Nebenschilddrüse (sekundärer Hyperparathyreoidismus) zugelassen. Es kommt für Personen mit chronischer Nierenerkrankung infrage, die mit einer Dialyse behandelt werden.

Der Hyperparathyreoidismus ist eine Störung der Nebenschilddrüsen (Glandula  parathyreoidea) und kann unterschiedliche Ursachen haben. Die sekundäre Überfunktion ist meist Folge einer chronischen Nierenerkrankung. Die Nebenschilddrüse steuert unter anderem den Mineralstoffwechsel durch das Parathormon. Bei einer Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) reagiert die Nebenschilddrüse mit einer stark gesteigerten Hormonproduktion. Der Hormonüberschuss löst dann oft unter anderem Störungen des Mineralhaushalts aus und verursacht Knochenabbau. Im weiteren Verlauf kann es zu Knochenschmerzen und -brüchen kommen. Auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann sich erhöhen.

Etelcalcetid hemmt in der Nebenschilddrüse die Produktion des Parathormons und soll den Knochenabbau und andere Folgeerkrankungen verhindern.

Anwendung

Etelcalcetid ist in drei Dosierungen als Lösung zum Spritzen verfügbar:  2,5, 5 und 10 mg. Es wird dreimal pro Woche am Ende der Dialysesitzung über den venösen Zugang des Dialysegeräts gegeben. Zu Beginn werden 5 mg pro Behandlung empfohlen.

Die Dosierung des Wirkstoffs wird durch Blutuntersuchungen individuell angepasst und kann bis auf 15 mg pro Spritze erhöht werden.

Andere Behandlungen

Für Personen mit einer sekundären Überfunktion der Nebenschilddrüsen aufgrund einer mit Dialyse behandelten Nierenerkrankung, kommt als Standardbehandlung der Wirkstoff Cinacalcet infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2017 geprüft, ob Etelcalcetid Vor- oder Nachteile im Vergleich zu den bisherigen Standardtherapien hat.

Um diese Frage zu beantworten, legte der Hersteller jedoch keine geeigneten Daten vor.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den .