Einleitung

Eribulin (Handelsname Halaven) ist seit März 2011 zur Behandlung von Frauen (aber auch von Männern) mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs zugelassen. Der Wirkstoff kommt infrage, wenn die Krankheit trotz einer oder mehrerer Chemotherapien mit einem Anthrazyklin und einem Taxan weiter fortgeschritten ist. Diese Wirkstoffe können im Rahmen einer ergänzenden (adjuvanten) Therapie oder bei der Behandlung von Metastasen eingesetzt worden sein.

Brustkrebs kann bei der Mehrzahl der Frauen erfolgreich durch eine Kombination aus Operation, Chemotherapie und Bestrahlung behandelt werden. Wenn die Erkrankung dennoch weiter fortschreitet, stehen verschiedene Medikamente zur Behandlung zur Verfügung. Dazu gehören Zytostatika wie Anthrazykline und Taxane, die darauf zielen, das Wachstum der Krebszellen zu hemmen. Frauen, die keine Anthrazykline und Taxane vertragen, können alternativ mit Medikamenten wie Capecitabin oder Vinorelbin behandelt werden. Auch Eribulin ist ein Zytostatikum.

Verschiedene Faktoren beeinflussen, wie sich die Zellen in einem Brustkrebs vermehren. Dazu gehört ein bestimmter Eiweißbaustein auf der Oberfläche der Krebszellen, der HER2-Rezeptor (humaner epidermaler Wachstumsfaktor-Rezeptor). HER2-Rezeptoren reagieren auf Wachstumssignale und regen so das Wachstum des Tumors an. Wenn diese Rezeptoren auf den Zellen eines Brusttumors besonders häufig vorkommen, spricht man von HER2-positivem Brustkrebs. Ein HER2-positiver Brustkrebs wächst vergleichsweise schneller und es kommt häufiger zu Rückfällen. Deshalb wird er gezielt behandelt, beispielsweise mit Medikamenten, die sich gegen den HER2-Rezeptor richten.

Anwendung

Eribulin ist in einer Flüssigkeit gelöst. Es wird über eine Dauer von zwei bis fünf Minuten als Infusion in eine Vene gespritzt. Eine Behandlung mit Eribulin besteht aus mehreren sogenannten Zyklen. Am ersten und am achten Tag jedes Zyklus erhalten die Patientinnen eine Infusion. Dann folgen etwa zwei Wochen Pause, bevor der nächste Zyklus beginnt.

Andere Behandlungen

Wenn Brustkrebs trotz einer Chemotherapie fortschreitet, kommen mehrere Wirkstoffe zur Behandlung infrage. Die Standardtherapie richtet sich dann danach, ob Taxane und Anthrazykline angewendet werden können oder alternative Medikamente eingesetzt werden müssen.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2014 geprüft, welche Vor- und Nachteile Eribulin für Frauen mit Brustkrebs im Vergleich zu den bisherigen Standardtherapien hat, wenn die Krankheit trotz einer oder mehrerer Chemotherapien weiter fortgeschritten ist.

Für Frauen mit einem HER2-positivem Brustkrebs oder mit unbekanntem HER2-Status legte der Hersteller keine geeigneten Daten vor. Die Frage, welche Vor- und Nachteile Eribulin gegenüber den bisherigen Standardtherapien hat, kann daher für diese Frauen nicht beantwortet werden.

Für Frauen mit HER2-negativem Brustkrebs lagen dem IQWiG Daten vor. Hier bewertete das IQWiG die Vor- und Nachteile von Eribulin für zwei Gruppen:

  • Frauen, die nicht mehr mit Taxanen oder Anthrazyklinen behandelt werden können. Hier wurde Eribulin mit einer auf die Patientin abgestimmten Therapie mit Capecitabin oder Vinorelbin verglichen.
  • Frauen, die erneut mit Taxanen oder Anthrazyklinen behandelt werden können. Hier wurde Eribulin mit einer auf die Patientin abgestimmten Therapie mit Taxanen oder Anthrazyklinen verglichen.

Mehr Wissen

Weitere Informationen

Dieser Text basiert auf Gutachten, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den .