Einleitung

Enzalutamid (Handelsname Xtandi) ist seit Juni 2013 für Männer mit metastasiertem Prostatakrebs zugelassen, bei denen eine übliche Hormonblockade nicht mehr wirkt.

Bei metastasiertem Prostatakrebs haben sich bereits Absiedlungen gebildet, sodass eine Heilung nicht mehr möglich ist. Die Blockade der Testosteronproduktion in den Hoden ist eine Möglichkeit, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Wenn der Krebs trotz dieser Hormonblockade weiterwächst, sprechen Fachleute von einem metastasierten „hormonrefraktären“ oder auch „kastrationsresistenten“ Prostatakarzinom.

Hier soll der Wirkstoff Enzalutamid das Wachstum der Krebszellen hemmen.

Anwendung

Einmal täglich werden 160 mg Enzalutamid eingenommen. Das entspricht vier Weichkapseln mit je 40 mg Enzalutamid.

Bei starken Nebenwirkungen kann die Behandlung kurzzeitig unterbrochen werden.

Andere Behandlungen

Für Männer mit metastasiertem Prostatakrebs, bei denen die übliche Hormonblockade nicht mehr wirkt, kommen verschiedene Therapiemöglichkeiten infrage. Diese richten sich nach dem Erkrankungsstadium und den bisherigen Therapien.

  • Auch wenn der Hormonentzug nicht mehr wirkt, haben viele Männer eine Zeit lang noch keine oder nur leichte Beschwerden. In dieser Phase wird die Hormonblockade entweder unverändert fortgeführt oder durch nicht-steroidale Antiandrogene (wie Flutamid oder Bicalutamid) oder Abirateron verstärkt.
  • Wenn stärkere Beschwerden auftreten, ist eine Chemotherapie mit Docetaxel eine Möglichkeit, die Beschwerden zu lindern. Wenn der Prostatakrebs während oder nach dieser Therapie weiter fortschreitet, werden die Patienten in der Regel durch eine auf ihre persönlichen Bedürfnisse und Beschwerden ausgerichtete unterstützende Therapie versorgt. Sie soll die Symptome so gut wie möglich lindern und die Lebensqualität verbessern. Dazu gehört beispielsweise eine Schmerzbehandlung mit zum Teil sehr starken Schmerzmitteln.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zuletzt 2015 geprüft, wie Enzalutamid im Vergleich zu anderen gängigen Behandlungen abschneidet. Das IQWiG hat dabei Vor- und Nachteile für folgende Gruppen von Patienten getrennt bewertet:

  • Enzalutamid nach Versagen der Hormonblockade: Seit 2014 ist Enzalutamid für diese Männer zugelassen.
  • Enzalutamid während und nach einer Chemotherapie mit Docetaxel: Für diese Männer ist Enzalutamid seit 2013 zugelassen.

Mehr Wissen

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse von drei im Dezember 2013, Februar 2014 und April 2015 veröffentlichten Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den .