Einleitung

Edoxaban (Handelsname Lixiana) ist seit Juni 2015 zur Behandlung von Erwachsenen zugelassen, bei denen eine tiefe Venenthrombose oder eine Lungenembolie aufgetreten ist. Zudem kann der Wirkstoff eingesetzt werden, um erneuten Thrombosen oder Lungenembolien vorzubeugen.

Eine tiefe Venenthrombose oder eine Lungenembolie entstehen, wenn ein wichtiges Blutgefäß längere Zeit durch ein Blutgerinnsel (medizinisch: Thrombus) verstopft wird. Blutgerinnsel können zum Beispiel entstehen, wenn man seine Beine – etwa nach einer größeren Operation, bei schweren Erkrankungen oder nach größeren Verletzungen – längere Zeit nicht ausreichend bewegen kann.

Die meisten Gerinnsel werden vom Körper so schnell wieder abgebaut, dass sie keine Beschwerden verursachen. Ein Blutgerinnsel kann aber auch mit dem Blutfluss weggeschwemmt werden und an einer anderen Stelle im Körper ein Blutgefäß verstopfen. Gerinnsel in den Venen nennt man Venenthrombosen. Sie treten am häufigsten in den Venen der Unter- und Oberschenkel auf. Wenn ein Gerinnsel in die Lunge gelangt, kann es eine lebensgefährliche Lungenembolie auslösen.

Edoxaban hemmt die Blutgerinnung und soll so Venenthrombosen oder Lungenembolien verhindern.

Anwendung

Vor einer Behandlung mit Edoxaban wird über mindestens fünf Tage ein anderer Gerinnungshemmer über einen Tropf direkt in die Blutbahn (parenteral) gegeben.

Edoxaban wird danach einmal täglich als Tablette eingenommen. Eine Tablette enthält 15, 30 oder 60 mg des Wirkstoffs.

Die normale Tagesdosis beträgt 60 mg. Sie halbiert sich auf 30 mg bei einem Körpergewicht unter 60 kg, eingeschränkter Nierenfunktion oder wenn Medikamente angewendet werden, die die Ausscheidung von Edoxaban aus dem Körper beeinträchtigen.

Unter anderem in Abhängigkeit vom Krankheitsbild sind zwei Behandlungsformen mit Edoxaban möglich:

  • akute Behandlung und zeitlich begrenzte Vorbeugung von Venenthrombosen oder Lungenembolien
  • langfristige Vorbeugung von Venenthrombosen oder Lungenembolien

Andere Behandlungen

Als Standardtherapien kommen für Personen, bei denen eine tiefe Venenthrombose oder eine Lungenembolie aufgetreten ist, sogenannte Vitamin-K-Antagonisten (zum Beispiel Warfarin) infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2015 geprüft, welche Vor- und Nachteile Edoxaban für Personen mit Venenthrombose oder Lungenembolie im Vergleich zu den bisherigen Standardtherapien hat.

Der Hersteller legte allerdings keine geeigneten Daten vor für:

  • Personen, für die eine akute Behandlung und Vorbeugung mit Edoxaban über drei bis sechs Monate infrage kommt;
  • Personen, für die eine langfristige Vorbeugung mit Edoxaban infrage kommt (länger als drei bis sechs Monate).

Die Frage, welche Vor- und Nachteile Edoxaban gegenüber Vitamin-K-Antagonisten hat, konnte daher für diese Gruppen nicht beantwortet werden.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den .