Einleitung

Dupilumab (Handelsname Dupixent) ist seit September 2017 zur Behandlung bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis zugelassen, für die eine systemische Therapie infrage kommt.

Neurodermitis (auch atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem genannt) ist eine chronische und nicht ansteckende Erkrankung der Haut.

Typische Symptome sind Hautausschlag und starkes Jucken, die in Schüben auftreten. Bei akuten Beschwerden ist die Haut gerötet, juckt und bildet manchmal Bläschen, die leicht aufgehen und dann nässen. Längerfristig kann die Haut trocken und rissig werden und sich verdicken.

Bei Erwachsenen sind vor allem die Kniekehlen, die Ellenbeugen und der Nacken betroffen. Auch an den Handflächen und Fußsohlen kann der juckende Hautausschlag auftreten, eher selten zeigt er sich im Gesicht. Meist wird eine Neurodermitis mit Salben behandelt. Bei schwereren Verläufen können auch UV-Licht oder eine sogenannte systemische Therapie mit Medikamenten zum Schlucken oder Spritzen zur Anwendung kommen.

Die systemische Therapie mit Dupilumab soll die Entzündung der Haut verringern, indem es einen entzündungsfördernden Botenstoff hemmt.

Anwendung

Dupilumab gibt es als Fertigspritze in einer Dosierung von 300 mg. Bei der ersten Anwendung werden 600 mg des Wirkstoffs unter die Haut gespritzt. Danach wird die Therapie alle 2 Wochen mit einer Spritze (300 mg) fortgeführt. Patientinnen und Patienten können sich nach ärztlicher Einweisung auch selbst spritzen.

Der Erfolg der Behandlung sollte regelmäßig überprüft werden. Zeigt sich nach 16 Wochen keine Besserung, wird in der Regel empfohlen, die Therapie zu beenden.

Andere Behandlungen

Personen mit mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis, für die eine systemische Therapie infrage kommt, erhalten als Standardtherapie eine optimierte individuelle Therapie. Diese hängt unter anderem davon ab, welche Behandlungen bereits versucht wurden. Sie wird durch die Ärztin oder den Arzt individuell angepasst. Unter anderem können dabei die Wirkstoffe Tacrolimus, Glukokortikoide, Ciclosporin oder eine UV-Therapie eingesetzt werden.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2018 geprüft, welche Vor- und Nachteile Dupilumab im Vergleich zu einer optimierten individuellen Therapie hat.

Der Hersteller legte eine verwertbare Studie vor, in der die Daten von 425 Patientinnen und Patienten ausgewertet werden konnten. Davon erhielten 110 Personen etwa ein Jahr lang Dupilumab und 315 ein Placebo (Scheinmedikament). Zusätzlich wurden beide Gruppen mit Glukokortikoid-Salben behandelt. Bei Verschlechterung der Beschwerden wurde die Behandlung individuell weiter optimiert. An der Studie nahmen nur Personen teil, die seit mindestens drei Jahren eine mittelschwere bis schwere Neurodermitis hatten.

Welche Vorteile hat Dupilumab?

  • Juckreiz: Hier deutet die Studie auf einen Vorteil für Dupilumab hin: Innerhalb eines Jahres besserte sich der Juckreiz bei knapp 70 von 100 Personen, die mit Dupilumab behandelt wurden. In der Gruppe, die eine optimierte individuelle Therapie erhielt, war dies nur bei knapp 37 von 100 Personen der Fall.
  • Schlafstörungen: Bei dieser Krankheitsbeschwerde deutet die Studie nach ersten Abschätzungen ebenfalls auf einen Vorteil für Dupilumab hin. Die Personen, die Dupilumab einnahmen, hatten weniger Schlafstörungen als die Personen mit einer optimierten individuellen Therapie.
  • Krankheitsbeschwerden: Auch bei anderen Krankheitsbeschwerden weist die Studie auf einen Vorteil hin: Die Personen mit Dupilumab hatten weniger Krankheitsbeschwerden wie zum Beispiel Juckreiz, trockene oder schuppige Haut.
  • Gesundheitsbezogene Lebensqualität: Die Studie weist hier ebenfalls auf einen Vorteil für Dupilumab gegenüber einem Placebo hin: Knapp 46 von 100 Personen mit Dupilumab gaben an, dass sich ihre Lebensqualität verbessert hat, während dies in der Gruppe mit der individuell optimierten Therapie bei etwa 18 von 100 Personen der Fall war.

Welche Nachteile hat Dupilumab?

  • Bei Augenerkrankungen weist die Studie auf einen Nachteil von Dupilumab hin. Bei 30 von 100 Personen trat eine Augenerkrankung auf, während dies mit der individuell optimierten Behandlung nur bei knapp 15 von 100 Personen der Fall war.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Schwere Nebenwirkungen: Hier gab es keinen Unterschied. In beiden Gruppen traten bei 4 bis 6 von 100 Personen schwere Nebenwirkungen auf.
  • Ebenfalls kein Unterschied zeigte sich bei:
    • Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen
    • dem Gesundheitszustand
    • Infektionen und parasitären Erkrankungen

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den .