Einleitung

Dulaglutid (Handelsname Trulicity) ist seit November 2014 für Erwachsene mit Typ-2-Diabetes-mellitus zugelassen, die ihren erhöhten Blutzuckerspiegel nicht durch eine Ernährungsumstellung und Bewegung ausreichend senken können. Der Wirkstoff kommt für Personen infrage, die den üblicherweise eingesetzten Wirkstoff Metformin nicht vertragen oder nicht einnehmen sollten. Außerdem kann Dulaglutid zusätzlich zu anderen blutzuckersenkenden Medikamenten angewendet werden, wenn diese nicht ausreichen, den Blutzucker zu kontrollieren.

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die sich auf viele Bereiche des Körpers auswirkt. Beim Typ-2-Diabetes stellt die Bauchspeicheldrüse zunächst noch genug Insulin her, es wird aber von den Körperzellen immer schlechter aufgenommen und verwertet. Lässt sich der Blutzuckerspiegel nicht ausreichend durch Diät und Bewegung senken, werden blutzuckerkontrollierende Medikamente eingesetzt.

Die neue Behandlung soll Menschen mit Diabetes mellitus vor zu starken Schwankungen des Blutzuckerspiegels und Beschwerden durch Unter- und Überzuckerungen schützen. Zudem sollen Folgeerkrankungen, die durch zu hohen Blutzucker entstehen können, so gut wie möglich vermieden werden.

Anwendung

Dulaglutid wird mit einem Einweg-Injektionspen einmal wöchentlich unter die Haut gespritzt. Den Wirkstoff gibt es als Fertigpen in zwei Dosierungen: 0,75 mg als Einzeltherapie oder 1,5 mg, wenn er mit anderen blutzuckersenkenden Wirkstoffen kombiniert wird.

Andere Behandlungen

Für Patienten mit Typ-2-Diabetes kommen verschiedene blutzuckersenkende Wirkstoffe einzeln oder als Kombination infrage, dazu gehören Metformin, Sulfonylharnstoffe und Insulin.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat Anfang 2015 für verschiedene Gruppen von Patientinnen und Patienten geprüft, welche Vor- und Nachteile Dulaglutid für Personen mit Typ-2-Diabetes im Vergleich zu den bisherigen Standardtherapien hat.

Der Hersteller legte keine geeigneten Daten vor für:

  • Dulaglutid als Einzeltherapie für Personen, die Metformin nicht vertragen – im Vergleich zu einem Medikament aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe (Glibenclamid oder Glimepirid).
  • Dulaglutid als Zweifachtherapie mit einem oralen blutzuckersenkenden Medikament (außer Metformin) im Vergleich zu Metformin und einem Medikament aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe (Glibenclamid oder Glimepirid).
  • Dulaglutid als Dreifachtherapie in Kombination mit zwei oralen blutzuckersenkenden Medikamenten – im Vergleich zu einer Kombination aus Humaninsulin und Metformin.
  • Dulaglutid in Kombination mit einem langwirksamen Insulin mit oder ohne oralem blutzuckersenkendem Medikament im Vergleich zu Humaninsulin und Metformin.

Für diese Patientinnen und Patienten kann daher die Frage, welche Vor- und Nachteile Dulaglutid gegenüber den Standardtherapien hat, nicht beantwortet werden.

Für folgende zwei Vergleiche legte der Hersteller geeignete Daten vor:

  • Dulaglutid in Kombination mit Metformin – im Vergleich zu einer Kombination aus einem Sulfonylharnstoff (Glibenclamid oder Glimepirid) und Metformin.
  • Dulaglutid in Kombination mit einem kurzwirksamen Insulin und Metformin – im Vergleich zu einer Kombination aus Humaninsulin und Metformin.

Mehr Wissen

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den .