Einleitung

Foto von Paar mit Hund beim Spaziergang (barsik / iStock / Thinkstock) Die Kleienpilzflechte ist eine Hauterkrankung, bei der sich auf der Haut helle oder dunkle Flecken bilden. Ursache ist ein Hefepilz, der bei fast allen Menschen auf der Haut vorkommt. Eine Kleienpilzflechte ist normalerweise harmlos und nicht ansteckend.

Meist lässt sich die Erkrankung mit Mitteln zur äußerlichen Anwendung wie speziellen Cremes oder Shampoos gut behandeln. Die Kleienpilzflechte (auch „Kleieflechte“) wird in der Fachsprache als „Pityriasis versicolor“ bezeichnet.

Symptome

Eine Kleienpilzflechte äußert sich zunächst durch kleine runde oder ovale Hautflecken, die später zu größeren Flecken mit unregelmäßigen Umrissen zusammenwachsen. Sie bilden sich vor allem auf dem Rücken, der Brust, im Nacken und / oder auf den Armen. Besonders bei Kindern kann auch das Gesicht betroffen sein.

Die Flecken können gelblich, bräunlich, manchmal auch rötlich oder rosafarben sein. Sie sind oft heller oder dunkler als die gesunde Haut. Da helle Kleienpilz-Flecken durch Sonnenlicht kaum braun werden, fallen sie vor allem bei gebräunter Haut stärker auf. Bei heller Haut können sich die Flecken durch Sonneneinstrahlung eher bräunlich verfärben. Die betroffenen Hautstellen können auch etwas schuppig sein. Sie jucken selten und wenn, dann nur leicht.

 

Grafik: Kleienpilzflechte am Oberkörper - wie im Text beschriebenKleienpilzflechte am Oberkörper

 

Ursachen

Die Kleienpilzflechte wird durch Hefepilze ausgelöst, die bei fast allen Menschen auf der Haut vorkommen. Warum die Pilze sich bei manchen Menschen vermehren und zu sichtbaren Flecken führen und bei anderen nicht, ist nicht eindeutig geklärt. Die Kleienpilzflechte wird nicht durch mangelnde Hygiene ausgelöst. Sie ist auch nicht ansteckend.

Risikofaktoren

Es gibt eine Reihe von Faktoren, die eine Kleienpilzflechte begünstigen. Dazu gehören

  • ein warmes und feuchtes Klima,
  • eine erhöhte Schweißproduktion, zum Beispiel bei Menschen, die leicht schwitzen oder viel Sport treiben,
  • die Anwendung von Ölen oder Kosmetika, die die Hautporen verschließen können.

Ein geschwächtes Immunsystem erhöht das allgemeine Risiko für Infektionen und macht auch eine Kleienpilzflechte wahrscheinlicher. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel bestimmte Krebsarten oder die Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken, etwa nach einer Organtransplantation. Eine familiäre Veranlagung spielt wahrscheinlich ebenfalls eine Rolle.

Häufigkeit

Die Kleienpilzflechte ist eine verbreitete Hautkrankheit. In Ländern mit gemäßigtem Klima kommt sie bei schätzungsweise 1 % der Bevölkerung vor, in manchen tropischen Ländern bei bis zu 40 %. Die Erkrankung tritt bei Männern und Frauen gleich häufig auf, zum ersten Mal meist im Jugendalter.

Diagnose

Die Ärztin oder der Arzt kann eine Kleienpilzflechte oft schon an den typischen Ansammlungen von hellen oder dunklen Flecken auf dem Oberkörper und / oder an den Armen erkennen. Um sicherzugehen, dass es sich nicht um eine andere Hauterkrankung handelt, kann die Ärztin oder der Arzt mit Hilfe eines durchsichtigen Klebestreifens einige Hautschuppen abnehmen und die Probe unter dem Mikroskop betrachten. Kleienpilze lassen sich durch eine mikroskopische Untersuchung meist eindeutig nachweisen.

Behandlung

Eine Kleienpilzflechte kann bei kühlem oder trockenem Wetter zurückgehen, verschwindet aber normalerweise nicht von selbst. Es gibt jedoch verschiedene Behandlungen, mit denen man sie loswerden kann. Dazu gehören vor allem Cremes, Lotionen und Shampoos für Kopf und Körper, die pilzhemmende oder abtötende Stoffe enthalten. Sie werden auf alle betroffenen Körperstellen aufgetragen. Zusätzlich werden Kopfhaut und Haare mit dem Shampoo gewaschen, damit sich von dort nicht wieder Hefepilze ausbreiten. Je nach Anwendungsform müssen die Mittel einige Minuten bis mehrere Stunden einwirken. Häufig werden sie daher abends aufgetragen und am nächsten Morgen abgeduscht.

Auch bei einer erfolgreichen Behandlung kann es mehrere Wochen oder Monate dauern, bis die Flecken auf der Haut verschwinden. Nur selten ist eine Behandlung mit Tabletten nötig.

Bei manchen Menschen tritt die Kleienpilzflechte nach erfolgreicher Behandlung erneut auf. Wenn dies häufiger geschieht, wird manchmal empfohlen, alle 2 bis 4 Wochen ein spezielles Shampoo mit einem Wirkstoff wie Selendisulfid oder Ketoconazol auf die Haut und die Haare aufzutragen. Zur Vorbeugung können auch Medikamente infrage kommen, die alle vier Wochen eingenommen werden. Das Risiko für eine erneute Erkrankung lässt sich hierdurch deutlich senken.

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Schlagwörter: B36, Haut und Haare, Hautpilz, Immunsystem und Infektionen, Kleienpilzflechte, Pityriasis versicolor, Tinea versicolor