Ich habe die Wechseljahre nicht als unangenehm empfunden

Foto von Frau (PantherMedia / Gundolf Renze) Maria, 56 Jahre

„Ich habe mir gedacht, dass ich da jetzt einfach durch muss. Ich habe die Wechseljahre nicht als unangenehm empfunden. Aber es war auch nicht so stark bei mir. Es war äußerst unkompliziert.“

Den Beginn der Wechseljahre bei mir habe ich daran erkannt, dass mein Zyklus unregelmäßiger wurde. Ich war zu diesem Zeitpunkt ungefähr 45 Jahre alt. Die Abstände zwischen den Regelblutungen wurden immer größer. Manchmal waren die Abstände aber auch kürzer. Es war ganz unregelmäßig. Die Stärke der Blutungen wurde mit der Zeit immer schwächer. Mit 51 hatte ich dann meine letzte Regelblutung.

Ich habe es als sehr positiv, als eine große Erleichterung empfunden, dass ich nach der Menopause nicht mehr schwanger werden konnte. Ich hatte dann keine Angst mehr vor einer Schwangerschaft in diesem Alter.

Positive Lebenseinstellung hat mir geholfen

Die Wechseljahre habe ich für mich als unerheblich empfunden. Ich habe mir gedacht, dass ich da jetzt einfach durchmuss. Ich habe die Wechseljahre nicht als unangenehm empfunden. Aber es war auch nicht so stark bei mir. Es war äußerst unkompliziert.

Die Frauen in den vielen Generationen vor mir haben das auch alle erlebt, die eine mit mehr Beschwerden und Einschränkungen als die andere. Ich habe das alles so hingenommen. Das kommt vielleicht auch von meiner gesamten Lebenseinstellung. Ich versuche immer positiv zu denken. Mit dieser optimistischen und positiven Einstellung habe ich die Wechseljahre durchlebt. Vielleicht kommt diese Einstellung auch von meiner Mutter. Sie hat nie darüber gesprochen und diese Jahre als ganz normal hingenommen. Meine Mutter war immer mein Vorbild gewesen. Sie war eine sehr lebensbejahende Frau.

Schwere Zeiten? Bei mir nicht

Ich habe mich auch mit anderen gleichaltrigen Frauen darüber unterhalten. Die Wechseljahre sind ja kein Tabuthema mehr. Andere Frauen haben ganz schwere Zeiten in den Wechseljahren durchlebt. Das war aber bei mir nicht so.

Ich hatte auch Hitzewallungen, meistens in der Nacht. Aber so oft war das nicht. Wenn ich Hitzewallungen hatte, dann habe ich sie als sehr unangenehm empfunden, besonders im beruflichen Leben. Zuerst wurde mir immer sehr warm, dann heiß und dann bekam ich einen Schweißausbruch. Im Dienst war es immer sehr unangenehm, denn man konnte es sich ja nicht anmerken lassen. Das war schwierig, weil sich die Gesichtsfarbe bei einer Hitzewallung veränderte. Das war sehr unangenehm. Sonst hatte ich keine Beschwerden oder Schmerzen. Ich hatte aber auch schon vorher keine Beschwerden bei der Regelblutung.

Ich habe einen sehr guten Frauenarzt, der mich über viele Jahre betreut hat. Er meinte, dass ich keine Medikamente in oder nach den Wechseljahren nehmen muss. Ich habe mich immer informiert und bin auch zu Vorträgen gegangen. Es gab da diese Studie aus Amerika und dann kam es für mich nicht mehr in Frage, Hormone zu nehmen. Ich habe keine Medikamente genommen.

Ich denke, dass ich während der Wechseljahre selbstständiger geworden bin. Ich bin allein zu Vorträgen gegangen oder habe Theatervorstellungen besucht. In dieser Zeit wurde auch mein erstes Enkelkind geboren. Ich habe mich dann darauf konzentriert. Ich glaube, ich habe versucht, mich unbewusst an die neue Lebenssituation anzupassen.

Danksagung

Erfahrungsberichte fassen Interviews mit Betroffenen zusammen. Alle Gesprächspartnerinnen und -partner haben der Veröffentlichung zugestimmt. Ihnen gilt unser herzlicher Dank.

Die Berichte geben einen Einblick in den persönlichen Umgang und das Leben mit einer Erkrankung. Die Aussagen stellen keine Empfehlung des IQWiG dar.

Hinweis: Um die Anonymität der Interviewten zu wahren, ändern wir ihre Vornamen. Die Fotos zeigen unbeteiligte Personen.

Schlagwörter: Drüsen und Hormone, Frauengesundheit, Hitzewallungen, Klimakterium, Menopause, N91, N95, N95.1