Einleitung

Die Wirkstoffe Dabrafenib (Handelsname Tafinlar) und Trametinib (Handelsname Mekinist) sind seit 2013 beziehungsweise Juni 2014 zugelassen für Erwachsene mit einem schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom), der nicht operiert werden kann oder bereits Fernmetastasen gebildet hat – seit 2015 auch in Kombination. Seit August 2018 ist die Kombination auch als unterstützende (adjuvante) Therapie nach einer Operation des Melanoms mit Lymphknotenmetastasen zugelassen. Die Wirkstoffe und ihre Kombination kommen für Personen infrage, bei denen ein verändertes Protein im Tumorgewebe (BRAF-V600-Mutation) zu unkontrolliertem Tumorwachstum führen kann.

Das Melanom ist der gefährlichste Typ von Hautkrebs. Es entsteht aus den dunklen Pigmentzellen und wird daher auch schwarzer Hautkrebs genannt. Wenn ein Melanom entdeckt wird, wird es operativ entfernt. Manchmal ist es dafür jedoch zu groß, oder es hat sich bereits über das Blut- oder Lymphsystem auf andere Körperregionen ausgebreitet und dort Absiedlungen (Metastasen) gebildet. In diesen Fällen spricht man von einem fortgeschrittenen Melanom.

Dabrafenib soll das veränderte Protein und so auch das Tumorwachstum hemmen, während Trametinib einen weiteren Weg der Signalübertragung blockiert und damit auch das Tumorwachstum.

Anwendung

Dabrafenib wird als Tablette morgens und abends mit je 150 mg eingenommen, etwa eine Stunde vor oder mindestens zwei Stunden nach einer Mahlzeit. Der Abstand zwischen den Einnahmen sollte ungefähr 12 Stunden betragen.

Trametinib wird einmal täglich als Tablette in einer Dosis von 2 mg eingenommen.

Die Therapie wird beendet, wenn die Erkrankung trotzdem fortschreitet oder gefährliche Nebenwirkungen auftreten. Wird die Therapie adjuvant eingesetzt, beträgt die Behandlungsdauer ein Jahr. Auch in dieser Situation wird die Therapie bei Wiederauftreten der Erkrankung oder gefährlichen Nebenwirkungen beendet.

Andere Behandlungen

Für Erwachsene mit schwarzem Hautkrebs, der nicht operiert werden kann oder Fernmetastasen gebildet hat, kam bei der Bewertung im Jahre 2015 der Wirkstoff Vemurafenib als Standardbehandlung infrage.

Nach vollständiger operativer Entfernung eines Melanoms mit BRAF-V600-Mutation und Metastasen in den Lymphknoten kommt als Standardtherapie abwartendes Beobachten infrage: Die Patientinnen und Patienten werden regelmäßig untersucht, um ein Wiederauftreten der Krebserkrankung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2015 geprüft, ob die Kombination aus Dabrafenib und Trametinib für Menschen mit fortgeschrittenem Hautkrebs, der nicht operiert werden kann oder Fernmetastasen gebildet hat, Vor- oder Nachteile im Vergleich zu Vemurafenib hat. Zu dieser Fragestellung legte der Hersteller eine Studie vor.

Im Jahr 2018 hat das IQWiG geprüft, ob Dabrafenib plus Trametinib für Personen nach vollständiger operativer Entfernung eines Melanoms mit BRAF-V600-Mutation und Lymphknotenmetastasen Vor- oder Nachteile im Vergleich zu abwartendem Beobachten hat. Auch dazu legte der Hersteller eine Studie vor.

Mehr Wissen

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse der Gutachten zusammen, die das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den Zusatznutzen von Dabrafenib (Tafinlar) und Trametinib (Mekinist).