Einleitung

Die Wirkstoffe Dabrafenib (Handelsname Tafinlar) und Trametinib (Handelsname Mekinist) sind seit August 2013 beziehungsweise Juni 2014 für Erwachsene mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) zugelassen. Seit Ende 2015 dürfen die Medikamente miteinander kombiniert werden.

Das Melanom ist der gefährlichste Typ von Hautkrebs. Es entsteht aus den dunklen Pigmentzellen und wird daher auch schwarzer Hautkrebs genannt. Wenn ein Melanom entdeckt wird, wird es operativ entfernt. Manchmal ist es dafür jedoch zu groß, oder es hat sich bereits über das Blut- oder Lymphsystem auf andere Körperregionen ausgebreitet und dort Absiedlungen (Metastasen) gebildet. In diesen Fällen spricht man von einem fortgeschrittenen Melanom.

Manche Menschen mit schwarzem Hautkrebs haben ein verändertes Protein im Tumorgewebe (BRAF-V600-Mutation), das zu unkontrolliertem Wachstum des Tumors führen kann. Dabrafenib und Trametinib sollen das Protein und so auch das Tumorwachstum hemmen. Die Wirkstoffe und ihre Kombination sind für Erwachsene mit einem fortgeschrittenen Melanom zugelassen, das diese Mutation aufweist.

Anwendung

Dabrafenib wird als Tablette morgens und abends mit je 75 mg eingenommen, etwa eine Stunde vor oder mindestens zwei Stunden nach einer Mahlzeit. Der Abstand zwischen den Einnahmen sollte ungefähr 12 Stunden betragen.

Trametinib wird einmal täglich als Tablette in einer Dosis von 2 mg eingenommen. Der Wirkstoff ist in zwei Dosierungen (0,5 und 2 mg) verfügbar.

Beide Behandlungen können einzeln angewendet oder kombiniert werden. Die Therapien werden beendet, wenn die Erkrankung trotzdem fortschreitet oder gefährliche Nebenwirkungen auftreten.

Andere Behandlungen

Als Standardbehandlung für Erwachsene mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs und BRAF-V600-Mutation kommt der Wirkstoff Vemurafenib infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat 2015 geprüft, ob Menschen mit fortgeschrittenem Melanom von Dabrafenib und Trametinib profitieren können.

Zur Fragestellung, wie Trametinib als Einzeltherapie im Vergleich zu Vemurafenib abschneidet, legte der Hersteller keine geeigneten Daten vor. Ob Trametinib als Einzeltherapie Vor- oder Nachteile gegenüber Vemurafenib hat, bleibt deshalb unklar.

Für den Vergleich der Kombination Dabrafenib / Trametinib mit Vemurafenib legte der Hersteller eine Studie mit 704 Patientinnen und Patienten vor.

Welche Vorteile hat Dabrafenib / Trametinib?

  • Lebenserwartung: Die Studie weist darauf hin, dass Frauen mit Dabrafenib / Trametinib einen Vorteil hatten: Die Hälfte der Frauen, die Vemurafenib erhielten, waren nach 17 Monaten verstorben. Von den Patientinnen, die Dabrafenib / Trametinib erhielten, lebte die Hälfte mindestens 24 Monate oder länger. Für Männer hatte die Kombination der Wirkstoffe keinen Vorteil im Vergleich zu Vemurafenib.
  • Schmerzen: Die Studie zeigt schwache Hinweise auf einen Vorteil: Bei Personen mit Dabrafenib / Trametinib nahmen die Schmerzen nach etwa 14 Monaten zu. In der Vergleichstherapie mit Vemurafenib war das bereits nach 6 Monaten der Fall.
  • Schlaflosigkeit, Appetitverlust und Durchfall: Auch bei diesen Beschwerden gibt es schwache Hinweise auf einen Vorteil. Bei den Personen mit der Dabrafenib / Trametinib-Therapie begannen Schlaflosigkeit, Appetitverlust und Durchfall oft deutlich später als bei den Patientinnen und Patienten mit Vemurafenib.
  • Übelkeit und Erbrechen: Hier ergibt sich aus der Studie ebenfalls ein schwacher Hinweis, dass bei den Patientinnen und Patienten, die Dabrafenib / Trametinib erhielten, Übelkeit und Erbrechen etwa 6 Monate später zunehmen als bei den Personen, die mit Vemurafenib behandelt wurden.
  • Lebensqualität: Die Studie zeigt schwache Hinweise auf einen Vorteil der Kombination Dabrafenib / Trametinib im Vergleich zu Vemurafenib.
  • Schwere Nebenwirkungen: Hier gibt die Studie Hinweise, dass die Männer, die Dabrafenib plus Trametinib einnahmen, weniger schwere Nebenwirkungen hatten als die Männer, die mit Vemurafenib behandelt wurden. Für Frauen zeigte sich kein Unterschied zwischen den Therapien.
  • Nebenwirkungen: Für Nebenwirkungen wie Haut-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen sowie gutartige oder bösartige Neubildungen gibt es schwache Hinweise auf einen Vorteil für die Dabrafenib / Trametinib-Therapie im Vergleich zu Vemurafenib.

Wo zeigte sich kein Unterschied?

  • Erschöpfung und Atemnot: In beiden Behandlungsgruppen dauerte es gleich lange, bis diese krankheitsbedingten Beschwerden zunahmen.
  • Abbruch wegen Nebenwirkungen: Auch hier konnte kein Unterschied zwischen Dabrafenib / Trametinib und Vemurafenib nachgewiesen werden.

Welche Fragen sind noch offen?

  • Nebenwirkungen: Zur Auswertung der Nebenwirkungen Fieber und Schüttelfrost legte der Hersteller keine geeigneten Daten vor. Ein Nachteil der Dabrafenib / Trametinib-Therapie gegenüber der Vemurafenib-Therapie kann jedoch nicht ganz ausgeschlossen werden.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis des Gutachtens und eingegangener Stellungnahmen über den und den .