Behandlung der chronischen Divertikelkrankheit

Foto von Frau beim Einkauf von Gemüse (PantherMedia / avemario) Wenn Divertikel zu dauerhaften Beschwerden führen, spricht man von einer chronischen Divertikelkrankheit. Sie führt nur selten zu ernsten Komplikationen. Eine Ernährungsumstellung und bestimmte Medikamente können die Beschwerden manchmal lindern. Reicht dies nicht aus, kann der Darm auch operiert werden.

Es werden vor allem zwei Formen der chronischen Divertikelkrankheit unterschieden:

  • Symptomatische unkomplizierte Divertikelkrankheit (SUDD): Bei dieser Form bestehen dauerhafte (chronische) oder wiederkehrende Beschwerden wie Schmerzen, Blähungen und Stuhlunregelmäßigkeiten. Anzeichen für eine Entzündung fehlen oft.
  • Wiederkehrende (chronisch-rezidivierende) Divertikulitis: Die Divertikel entzünden sich immer wieder. Das muss nicht zu Komplikationen führen, es können sich aber auch Eiteransammlungen (Abszesse) bilden.

Die beiden Formen lassen sich nicht immer klar voneinander trennen. Manche Menschen haben sowohl dauerhafte Beschwerden als auch wiederkehrende Entzündungen. Dennoch unterscheiden sich die Behandlungsmöglichkeiten.

Wie wird eine symptomatische unkomplizierte Divertikelkrankheit behandelt?

Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören Ernährungsumstellungen, Medikamente oder eine Operation.

Ernährung

Es gibt erste Hinweise aus Studien, dass eine ballaststoffreiche Ernährung Verdauungsbeschwerden bei der Divertikelkrankheit mindern kann. Eine ballaststoffreiche Kost besteht vor allem aus viel Obst, Getreide, Gemüse und Hülsenfrüchten. Sie macht den Stuhl weicher, erhöht das Stuhlvolumen und regt die Verdauung an. Dadurch wird der Stuhl schneller durch den Darm befördert und der Druck auf die Darmwand sinkt. Manche Menschen mit Darmbeschwerden nehmen auch Lein- oder Flohsamen ein. Sie enthalten lösliche Ballaststoffe, die Wasser im Darm binden. Aus diesem Grund wird auch empfohlen, ausreichend zu trinken, wenn man sich ballaststoffreich ernährt.

Die Darmflora enthält verschiedene Bakterien, die für die Funktion und Gesundheit des Darms eine wichtige Rolle spielen. Dazu gehören zum Beispiel Milchsäurebakterien (Laktobazillen) und Bifidobakterien. Bei manchen Menschen mit Divertikeln ist die Darmflora verändert. Daher – so die Theorie – könnten probiotische Mittel mit solchen Bakterien helfen. Tatsächlich deuten Studien darauf hin, dass Probiotika Verdauungsbeschwerden manchmal lindern können, ähnlich wie auch beim Reizdarmsyndrom. Allerdings ist noch nicht geklärt, welche Präparate in welchen Situationen hilfreich sein können.

Medikamente

Das verschreibungspflichtige Medikament Mesalazin ist für die Behandlung der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zugelassen. Bei der Divertikelkrankheit kann es nur im Rahmen eines Off-Label-Use verschrieben werden. Das Mittel wird meist über mehrere Monate täglich eingenommen. Studien weisen darauf hin, dass es bei manchen Menschen die Beschwerden lindern kann. Anhand der wenigen Studien lässt sich bislang aber nicht sicher beurteilen, wie wirksam Mesalazin tatsächlich ist.

Operation

Eine Darmoperation kann die Beschwerden unter Umständen lindern. Sie geht jedoch mit gewissen Risiken einher und garantiert keine Beschwerdefreiheit.

Wie wird eine wiederkehrende Divertikulitis behandelt?

Jede erneute Divertikulitis wird wie eine erste akute Divertikulitis behandelt. Bei einer komplizierten Divertikulitis sind Antibiotika wichtig, bei der unkomplizierten Form kann in bestimmten Situationen darauf verzichtet werden. Eine komplizierte Divertikulitis geht mit Eiteransammlungen einher und wird im Krankenhaus behandelt. Eine Operation ist dann nötig, wenn Komplikationen durch die Entzündung drohen, etwa eine Bauchfellentzündung (Peritonitis) oder Blutvergiftung (Sepsis).

Um einer wiederkehrenden Divertikulitis vorzubeugen, werden verschiedene Behandlungen angeboten. Dazu gehören Antibiotika, Mesalazin oder eine ballaststoffreiche Ernährung. In den bisherigen Studien konnten sie Entzündungen jedoch nicht wirksam vorbeugen.

Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) sollten bei einer Divertikulitis nicht eingenommen werden, weil sie Komplikationen wie eine Darmperforation begünstigen können.

Eine Operation sollte auch bei wiederkehrenden unkomplizierten Entzündungen gut überlegt sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass dadurch Divertikulitis-Komplikationen vermieden werden, ist eher gering. Zudem geht jeder Eingriff mit Risiken einher. Bestehen neben den Entzündungsschüben auch chronische Beschwerden, lassen sich diese vielleicht durch eine Operation lindern.

Schlagwörter: Divertikelkrankheit, Divertikulitis, K57, Verdauung und Stoffwechsel