Einleitung

Apixaban (Handelsname Eliquis) ist seit November 2012 bei Erwachsenen mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern zur Vorbeugung von Embolien und Schlaganfällen zugelassen.

Vorhofflimmern ist eine Form der Herzrhythmusstörung, bei der die Vorhöfe des Herzens sehr schnell und unregelmäßig schlagen und das Herz weniger Blut in den Körper pumpt. Manchmal geht Vorhofflimmern von einer undichten Herzklappe (medizinisch: Valvula) aus und kann dann durch eine Operation der Herzklappe behandelt werden. Häufig bleibt die Ursache aber unklar oder es liegt eine andere Erkrankung zugrunde wie eine koronare Herzkrankheit. Es wird dann nicht-valvuläres Vorhofflimmern genannt.

Vorhofflimmern ist in der Regel selbst nicht lebensbedrohlich. Allerdings besteht ein Risiko, dass sich in den Vorhöfen Blutgerinnsel bilden, die dann in den Körper geschwemmt werden. Sie können dort Gefäße verstopfen und so zum Beispiel einen Schlaganfall auslösen. Um dieses Risiko zu verringern, stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung.

Auch Apixaban kommt infrage: Es ist für Personen mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern zugelassen, die mindestens einen weiteren Risikofaktor für einen Schlaganfall haben, zum Beispiel: Alter über 75 Jahre, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz oder ein früherer Schlaganfall.

Anwendung

Apixaban wird zweimal täglich als Tablette (5 Milligramm) eingenommen. Bestimmte Personen, zum Beispiel 80 Jahre und älter oder mit einem Körpergewicht von 60 Kilogramm und weniger, nehmen jeweils die halbe Dosis ein.

Andere Behandlungen

Für Personen mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern und erhöhtem Schlaganfallrisiko gibt es mehrere bewährte Wirkstoffe, die ebenfalls zur Vorbeugung von Embolien und Schlaganfällen eingesetzt werden. Dazu gehören sogenannte Vitamin-K-Antagonisten wie Warfarin oder Phenprocoumon. Für Menschen, für die Vitamin-K-Antagonisten nicht geeignet sind, ist Apixaban nicht zugelassen. Für diese Personen kommt Acetylsalicylsäure (ASS) infrage.

Bewertung

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat Anfang 2013 geprüft, welchen Nutzen Apixaban bei Menschen mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern und erhöhtem Schlaganfallrisiko im Vergleich zu bewährten Wirkstoffen hat.

Zur Frage, wie Apixaban im Vergleich zu Vitamin-K-Antagonisten abschneidet, lag dem IQWiG eine geeignete Studie vor, in der Apixaban mit Warfarin verglichen wurde. Die Ergebnisse sind im Folgenden dargestellt.

Welche Vorteile hat Apixaban?

  • Todesfälle: Die Studie deutet darauf hin, dass eine Behandlung mit Apixaban bei Personen über 65 Jahren die Zahl der Todesfälle verringern kann: Von 1000 Personen in diesem Alter, die Apixaban einnahmen, starben 72. Von 1000 Personen, die Warfarin verwendeten, starben 84. Bei jüngeren Personen gab es keinen Unterschied.
  • Schlaganfall: Die Studie weist darauf hin, dass Apixaban Schlaganfällen bei Personen über 65 besser vorbeugt als Warfarin. Von 1000 Personen, die Apixaban einnahmen, kam es bei 24 innerhalb von etwa zwei Jahren zu einem Schlaganfall. Von 1000 Personen in diesem Alter, die Warfarin einnahmen, hatten 33 einen Schlaganfall. Bei jüngeren Personen gab es keinen Unterschied.
  • Blutungen: Die Studie deutet darauf hin, dass Apixaban seltener größere Blutungen außerhalb des Gehirns auslöst als Warfarin. Von 1000 Personen, die Apixaban erhielten, traten bei 30 größere Blutungen auf. Von 1000 Personen, die Warfarin erhielten, hatten 38 größere Blutungen.

Welche Fragen sind noch offen?

  • Lebensqualität: In der Studie wurde die Lebensqualität nicht untersucht.

Weitere Informationen

Dieser Text fasst die wichtigsten Ergebnisse eines Gutachtens zusammen, das das IQWiG im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) im Rahmen der Frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln erstellt hat. Der G-BA beschließt auf Basis der Gutachten und eingegangener Stellungnahmen über den .

Die nächste Prüfung auf Aktualität findet im Rahmen der Aktualisierung des Themas Vorhofflimmern statt.